Gegen jede Vernunft
Mit Entsetzen habe ich den Artikel „Wassergrundstück unterm Hammer“ (5. Juni) gelesen,·dessen Inhalt mir wahrlich einige schlaflose Nächte gebracht hat. Nachdem es die kommunistische DDR fertiggebracht hat, etwa 600 Wochenendhäuser am Pinnower See zu bauen und der See damit völlig überlastet wurde, widerspricht dieses Vorhaben jeglicher Vernunft.·
Die Unkenntnis über die Sachlage am Pinnower See lässt keinen Zweifel darüber, in wessen Interesse dieser Artikel geschrieben wurde. Fakt ist, dass in den letzten Jahren vonseiten der Gemeinde nichts getan wurde, die Attraktivität als Naherholungsgebiet zu erhalten.
Es gibt keinen vernünftigen Badestrand mehr, die wenigen Hilfsbadestrände und Eingänge zum Baden können wegen der Morastbildung immer weniger genutzt werden. Der Rückgang des Wasserpegels hat dazu geführt, dass das Kahnfahren über den gesamten See nicht mehr möglich ist. Unter diesen Umständen erscheint mir die Aussage des Bürgermeisters Homeister, er halte den Bau weiterer Wochenendgrundstücke auf dem zum Verkauf stehenden Arial für möglich, als unglaubwürdig.
Erwähnt sei noch, dass die vom Bergbaukonzern Leag inzwischen gebaute Zuleitung von Wasser aus dem Grundwasserbereich wirkungslos ist, da trotzdem der Pegel weiter sinkt. Im Interesse der Anlieger , die seit Jahren ihre Grund- und Zweitwohnsteuer entrichten, sollten die Gemeindevertreter ihre Kraft dafür einsetzen, das vorhandene Naherholungsgebiet zu erhalten und weiter zu verschönern, anstatt nur daran zu denken, durch den Bau weiterer Wochenendgrundstücke mittels der Grund- und Zweitwohnsteuer die Gemeindekasse aufzubessern.
Wolfgang Kunzke, Guben