Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht aus allen Medien mit Themen zum Klimawandel und Klimaschutz überschüttet werden. Und die wirklichen und selbsternannten grünen Experten werden nicht müde, uns ständig neue Weltuntergangsszenarien vorzustellen und gleichzeitig teilweise realitätsferne Problemlösungen zu präsentieren.

Abgesehen davon, dass diese Gebetsmühlen nicht nur mich, sondern auch viele andere Zeitgenossen langsam nerven, scheint man zu verdrängen, dass es für die Welt konkretere und viel ernstere Bedrohungen gibt.

Krieg ist ein Klimakiller

Nicht weit südlich von Europa werden immer neue Pulverfässer aufgemacht. Die Türkei marschiert in Nordsyrien ein und hat auch noch vor, Truppen nach Libyen zu schicken. Jüngster Akt ist der Anschlag der USA auf einen iranischen General.

In fast allen Fällen haben sich Uno und EU als halbherzige, zahnlose Tiger gezeigt: Man gibt sich empört, man ist in Sorge, man beobachtet die Lage, man übt Kritik. Mehr als Gerede und immer die gleichen Phrasen kommt nicht.

Was Krieg anrichtet, weiß man in Deutschland nur allzu gut. Er verletzt Menschen, tötet sie, zerstört ihre Heimat, treibt sie zur Flucht, und auch für die Umwelt ist er eine einzige Katastrophe.

Hat sich Greta Thunberg mal damit auseinandergesetzt, dass auch moderne Kriege nicht umweltschonend sind, dass Pulverdampf und Raketentreibstoff nicht emissionsfrei sind, und dass für kurzlebiges Kriegsgerät enorme Mengen an Ressourcen und Energie verpulvert werden? (...)

Ich denke, Greta wäre gut beraten, wenn sie mit dem gleichen Engagement wie vor der UN-Klimakonferenz den Mächtigen der Welt die Leviten lesen und auf die Finger klopfen würde, damit sie endlich ernsthaft für das Ende von Krieg und Gewalt sorgen.

Sicher ist es für die Umweltbewegung leichter, gegen vielleicht imaginäre dunkle Zukunftsvisionen zu protestieren, als sich mit den Kriegstreibern anzulegen. Es geht um Rohstoffe, Bodenschätze, Macht und Eitelkeiten.

Und wenn Greta die Dynamik und die Wirkung ihrer Bewegung zum Kampf für Frieden auf der Welt nutzen würde, könnte man über eine „höhere“ Auszeichnung nachdenken.

Seltsame Energiewende

Am 30. Dezember 2019 war auch in den ARD-Tagesthemen ein Beitrag zur Abschaltung des Atomkraftwerks Philippsburg 2 zu sehen. Die Atomkraftgegner feierten mit Sekt in der Hand.

Am Rande, und nur kurz erwähnt, gab es den Hinweis, dass die dadurch mögliche auftretende Lücke bei der Energieversorgung dann durch Atomstrom aus Frankreich oder neue Gaskraftwerke geschlossen werden müsste.

So geht Energiewende in Deutschland ...

Rüdiger Jungnickel, Cottbus