Kein bisschen kompromissbereit
Als Antwort auf den Einspruch zur massiven Erhöhung der Zuzahlungsentgelte fand am 29. Juli auf Einladung des Geschäftsführers eine Versammlung statt (...)
Wer auf Kompromissbereitschaft seitens der Geschäftsführung gehofft hatte, sah sich jedoch schnell enttäuscht. Gleich zu Beginn gewann man den Eindruck, dass diese Nachfragen eher lästig seien.
Der Geschäftsführer Martin Reiher wurde nicht müde, immer wieder die Erhöhung der Personalkosten zu erläutern und dabei ausführlich Zahlen vorzutragen, wobei sich zeigte, dass die erhöhten Personalkosten hauptsächlich durch die Krankenkassen refinanziert werden.
Die exorbitante Erhöhung um 113,5 Prozent sei auf die Versäumnisse der Baumaßnahmen 1999 und 2013 zurückzuführen und „da könne man nichts daran ändern“, hieß es vom Geschäftsführer. (umfangreiche Sanierungen, d. Red.) Angeblich seien hohe Verluste eingefahren worden, die es jetzt auszugleichen gilt. Genaue Zahlen wurden aber leider nicht genannt. Es ist auch schwer nachvollziehbar, wie man einerseits Verluste zu verzeichnen hatte, andererseits Überschüsse erwirtschaften konnte. Auch über die Verwendung der von 2016 bis 2018 erwirtschafteten Überschüsse wurden - trotz mehrmaliger Nachfragen – keine Auskünfte erteilt. Überhaupt hatte man den Eindruck, dass manche Fragen nicht beantwortet werden wollten.
Zu den nicht alters- und behindertengerechten Zugängen erklärte Herr Reiher „er werde hier keine Schusterflickerei betreiben“ und im Jahre 2019 sei bereits eine größere Umgestaltung des Außenbereiches angedacht gewesen. Diese sei aufgrund der Eröffnung eines anderen Heimes in Guben „auf Eis“ gelegt worden, weil man sehen wollte, ob überhaupt Kapazitäten vorhanden seien. Für 2021 liegen diese Pläne wieder auf dem Tisch. Dann sei aber mit einer weiteren Erhöhung der Zuzahlungsbeträge zu rechnen, sagte er.
(...) Irgendwie fragt man sich da schon, wie die Sozialwerke bewerkstelligen wollen, ein weiteres Seniorenheim-Projekt auf dem Gelände der ehemaligen W.-P. Schule zu realisieren und vor allem zu finanzieren (!). Aber auch hierzu gab es keine Antworten.
Abschließend muss ich sagen, dass mir eine schriftliche, detaillierte Antwort auf das Widerspruchsschreiben lieber gewesen wäre, da diese Versammlung eigentlich nur gezeigt hat, dass Herr Reiher über die Hintergründe dieser Erhöhung gar keine Auskunft geben will. (...)
Bianca Oberender, Guben