Nun ist das Gejammer groß, der Bergbaukonzern Leag plant eine neue Müllverbrennungsanlage in Jänschwalde. Der Protest der Bürger in der Umgebung ist verständlich aus Sorge um eine weitere Umweltbelastung.

Es wäre auch anders gegangen, wenn die abfallrechtlichen Bestimmungen von Bund und EU nicht den ökologischen Systemen wie der Verwertung des Restabfalls in mechanisch-biologischen Anlagen (MBA) vor wenigen Jahren den Garaus gemacht hätten. Der Kommunale Abfallentsorgungsverband Niederlausitz, der seit mehr als 20 Jahren  eine MBA betreibt, hat sich mit allen Kräften dagegen gewehrt, die Anlage zu schließen und den Müll der Verbrennung zuzuführen. Auch  Berechnungen von Fachleuten, die die Wirtschaftlichkeit derartiger Anlagen belegten, konnten die zuständigen Genehmigungsbehörden nicht überzeugen, und Ende 2020 wird das Aus kommen. Auf EU-Ebene haben sich die Pyromanen durchgesetzt. Deutschland folgt ohne erkennbare Gegenwehr.
Dass der Müll weg muss, ist klar, nur es hätte auch einen umweltschonenden Weg gegeben und die bestehende Verbrennungsanlage in Jänschwalde hätte völlig ausgereicht, um die Restbrennstoffe, die auch bei dem MBA-System anfallen, zu entsorgen. Die Chance wurde vertan, der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer, der die Anlage als wegweisend lobte, wird sich sicher gemeinsam mit den Anwohnern in Jänschwalde grämen.
Martin Wille, Lübben