Wo bleibt die Sicherheit?
Eine 100-prozentige Elektroenergieversorgung ist in unserem hochtechnisierten Gesellschaftssystem absolut unverzichtbar. Ohne in Panik zu verfallen, muss ich feststellen, dass das System bei flächendeckendem Ausfall der Elektroenergieversorgung über Tage oder sogar Wochen zusammenbricht: keine Medien, Internet, kein Verkehr, E-Mobilität sowieso nicht, keine Heizung, Wasser, Lebensmittel. Der Supergau!
Wo ist die Lösung dieser Problematik? Das rein politisch erarbeitete Energiekonzept gibt praktisch keine Antwort, zumal weder naturgegebene (Wetter, physikalische Gesetze) noch technisch-ökonomische Gegebenheiten ernsthaft in Betracht gezogen werden. Mehr als vage ist die Idee, Elektro­energie aus erneuerbaren Energieträgern mittels Wasserstofftechnologie zu speichern. Vorerst fehlt es an großtechnischen Voraussetzungen, die zudem enorme Investitionen erfordern. Deren Realisierung bis 2038 wäre hierzulande bei den üblichen langwierigen Planungs- und Bauabläufen praktisch illusorisch, von der abnormen Verteuerung der Elektro­energie (Wirkungsgrad der Wasserstofftechnologie maximal 20 %, wie zahlreiche Studien belegen) abgesehen. Elektro­energie aus erneuerbaren Energieträgern ist nämlich, wie oft unterstellt, nicht kostenlos; selbst wenn diese Energieträger kostenlos sind, verursacht die Maschinerie zu deren Umwandlung in Elektroenergie Kosten.
Ergänzend sei erwähnt, dass aus physiko-chemischer Sicht die Idee der Erzeugung von synthetischem Methan aus Kohlendioxid und Wasserstoff geradezu absurd ist, sicher technisch wie fast alles im Leben machbar, jedoch des energetischen Aufwands wegen unbezahlbar. Angemerkt: Auf diese Weise hergestelltes Benzin/Diesel würden sich auf das Sieben- bis Achtfache verteuern.
Daher ist es dringend erforderlich, das deutsche Energiewandelkonzept zu überarbeiten, von den Wunschträumen zu befreien. Absolut nichts gegen die erneuerbaren Energieträger von Sonne, Wind und Wasser. (Maisanbau als technisch genutzter Energieträger ist abartig, solange es Hunger auf der Welt gibt.)
Sie sind unverzichtbar, doch aus Gründen der Versorgungssicherheit sind sie nicht zu 100 Prozent einsetzbar (real maximal zu 70 %; die Differenz müssen grundlastfähige Energieträger (Atomkraft ohne Kohlendioxidanfall, Erdgas und bedingt Kohle erbringen). Das erfordert zwar zwei Energieumwandlungssysteme und verteuert die Elektroenergie erheblich, ist dann aber versorgungssicher. Es wird niemand solche Kraftwerke bauen, wenn sie nur ausnahmsweise bei Dunkelflauten betrieben werden. Ihr Betrieb bei Mindestlast muss  kostendeckend sein. (...) Die vorherrschende Betrachtung einzelner Vorgänge ohne die Zusammenhänge mit anderen zu sehen, ist oberflächlich.
Dr. Hans-Joachim Jeschke,
Schwarzbach
Alles abschalten keine Lösung
Das europäische Stromnetz vor dem Blackout, weil Kraftwerkskapazität fehlt und die Erzeugung aus Wind und Sonne bei Null liegt. Davor warnen die Fachleute seit Beginn der politischen Energiewende. Durch Ignorierung der Realität werden die Menschen für dumm verkauft. Eine gleichzeitige Abschaltung von Kern- und Kohlekraftwerken kann nicht durch erneuerbare Energien abgedeckt werden. Unser Netz braucht die Absicherung der Grundlast. Die letzten Tage haben gezeigt, unsere noch bestehenden Kraftwerke laufen unter Voll-Last. Wenn diese abgeschaltet werden, bricht unser Netz zusammen, oder wir kaufen teuren Strom im Ausland, der durch noch schlechtere Kraftwerke erzeugt wurde.
Wir schalten alles ab, und unsere Nachbarn bauen neue CO²-Schleudern. Wer hat etwas davon? Unsere Politiker erhöhen die Strompreise, die Spritpreise, und als Folge werden alle Waren teurer. Horst Käppler