Der gestrige Gastkommentar des Freiherrn von Rotenhan hat mir meinen Frühstückskaffee verdorben. Ich stimme ihm voll und ganz zu, wenn er seine Bedenken und Ängste bezüglich der vielen AfD-Wähler äußert. Aber was er dann zu den Rentnern konkret sagt, ist eine bodenlose Frechheit.

Wir nörgeln nur, obwohl wir im Schlaraffenland einkaufen können und in Urlaubsparadiese reisen können? Dem Herrn fehlt wohl jede Kenntnis, wie viel Rente einem Durchschnittsbürger gezahlt wird. Ihm, bedingt durch seine früheren Tätigkeiten, wird es nicht an Einkommen mangeln. Aber ein normaler Rentner mit allen Belastungen, die ja ständig steigen, bleibt nichts, um damit Traumreisen zu finanzieren. Und die viel gepriesene jährliche Rentenerhöhung führt doch auch nur dazu, dass immer mehr Rentner vom Staat in Form von Steuerzahlungen abgezockt werden.

Und Klagen von unserer Jugend gibt es mehr als genug. Eine Familie mit zwei bis drei Kindern und durchschnittlichem Einkommen muss rechnen, um sich über die Runden zu bringen.

Der werte Freiherr sollte sich mal mit dem Durchschnittsbürger unterhalten und nicht nur unter Seinesgleichen schauen. Ist für ihn die Wende auch ein tolles Sprungbrett gewesen, um sich im Osten super zu etablieren, weil es in den alten Bundesländern nicht mehr so geklappt hat? Davon kenne ich eine ganze Anzahl von Leuten. Ich jedenfalls fühle mich als Rentner von diesem Herrn beleidigend angegriffen!

Marianne Doch, Schwarzbach