Angst kein Meinungsmacher
Es ist lange her, dass ich einen derart realitätsbezogenen Beitrag gelesen habe. Seit vielen Jahren wird durch eine völlig falsche Subventionspolitik basierend auf ideologischen (wissenschaftlich zum überwiegenden Teil unbewiesenen) Dogmen gehandelt. Sehr offensichtlich hat das Schüren von psychischer Angst als probates Mittel zur Erreichung politischer Mehrheiten mit verheerender Wirkung für die Lösung von Sachfragen einen überaus vollen Erfolg. In diesem sich immer dichter formenden Dilemma sind die meisten CEO’s (Chief Executive Officer, Vorstandsvorsitzender oder Generaldirektor, d. Red.) von der political correctness instrumentalisiert und nicht mehr Herr marktwirtschaftlicher Entscheidungen. Jede vernünftig denkende und normal gebildete Person ist dem übermächtig entstandenen Mainstream in fast allen Lebensbereichen zum Teil bedrohlich ausgeliefert.
Die Physik, in dem Fall die elektrische Erzeugung, deren Fortleitung und die Verbraucherlast, kennt keine Ideologie. So müssen wir entscheiden, ob wir nach wie vor jedem „grünen“ Kilowatt vorrangig installierter Leistung zwangsweise eine geeignete konventionelle Einheit zur Absicherung der Versorgung nebenher stellen wollen. Eine andere Möglichkeit zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit besteht jetzt und in naher Zukunft nicht (Prof. Hans-Werner Sinn, emeritierter Präsident des Ifo-Instituts, bei einer Gastvorlesung 2019 an der BTU Cottbus).
Sieht man sich auf der Onlineseite „smard.de“ (Bundesnetzagentur) die grafische Darstellung von Erzeugung und Verbrauch mit dem Zusatz der Abbildung der Residuallast (wetter- und lichtunabhängige Einspeiseleistung) an, so gibt es im letzten Jahr bis dato fast keinen Zeitpunkt (Viertelstundentakt) des Verzichtes auf diese nicht volatile (wechselhafte) Erzeugung. Vielmehr wird täglich die zwingende, unbedingte Sicherung der Stromversorgung durch eine verlässliche Energieerzeugung mehr als deutlich.
Es ist an der Zeit, der „Basta-Politik“ samt des (...) „Greta-Wahns“ die Realitäten vor Augen zu halten. Dieser, Ihr Gastbeitrag, Herr Hennig, ist eine wunderbare seriöse und objektive Beschreibung der aktuellen Situation.
An die Lausitzer Rundschau ergeht großer Dank für die Möglichkeit dieser Veröffentlichung.
Ulrich Rudolph, Cottbus