Seit Montag geht nur ein Bruchteil der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen wieder in die Schule, unter massiven Hygieneauflagen. Die Glücklichen sind natürlich die Abschlussklassen, eines der vielen Symptome unseres schwer erkrankten Bildungssystems!

Völlig ausgerichtet auf das Produzieren von für unsere Wirtschaft so wichtigem Humankapital werden die tatsächlichen Bedürfnisse der Schülerinnen nach Austausch mit Gleichaltrigen, Aufarbeitung der Krise und „einfach mal wieder spielen“ völlig ignoriert.

Der große Skandal zeigt sich darin, dass sämtliche Schüler, die nicht vor einem Abschluss oder einem Schulwechsel stehen, außen vor gelassen werden. Vergessen wird dabei: Kein Erstklässler kommt mit digitalen Arbeitsaufträgen klar, wenn er noch nicht einmal die Aufgabe lesen kann! Keine Drittklässlerin kann einen Streit mit ihren Freundinnen digital lösen!

Gerade die (früh-)kindliche Bildung ist essenziell für das gesamte Leben des Kindes! Ein Zehntklässler kann eben doch besser mit digitalem Unterricht umgehen als eine Zweitklässlerin.

Wir dürfen Grundschüler und Kindergartenkinder nicht vernachlässigen, sondern müssen sie schnellstmöglich wieder in (kleineren) Klassen und Gruppen zusammenführen!

Tim Nowka, Drebkau