Leute unterschätzen Pandemie

Es mag sein, dass ich mit meiner Ansicht zur Situation mit dem Corona-Virus nicht bei allen Lesern auf Gegenliebe stoßen werde, doch hält es mich nicht davon ab, einen Standpunkt zu äußern.

Zunächst glaube ich, dass noch viele Leute die Bedeutung einer Pandemie unterschätzen oder nicht verstehen. Jeden Tag sieht man Leute ohne den geforderten Mindestabstand miteinander plaudern. Erst heute habe ich sechs Personen in der Nähe der Neißebrücke dicht beieinander sitzen gesehen.

Die Gefahr wird unterschätzt, weil der Virus nicht sichtbar ist (...). Jüngere glauben, sie seien nicht gefährdet und negieren die gegebenen Hinweise. Andererseits praktizieren einige Handelsunternehmen die Umsetzung der Vorschriften halbherzig. Während im REPO-Markt jedes noch so kleine Kind einen Einkaufswagen nehmen muss, gibt es bei Aldi keinerlei Kontrollen und im Kaufland scheint die Anzahl der Wagen nicht reduziert zu sein.

Ich wäre dafür, beim Betreten eines Marktes generell einen Mundschutz zu verlangen und diesen im Bedarfsfall den Kunden kostenlos zur Verfügung zu stellen. Nun werden Moderatoren und diverse Presseleute nicht müde, nach Lockerungen zu verlangen, die wieder ein normales Leben ermöglichen.

Angeblich können die bisherigen Einschränkungen nicht weiter bestehen bleiben, weil die Freiheit der Bevölkerung zu stark eingeschränkt wird und Existenzen bedroht sind. Wer hat am Ende des letzten Krieges und in den Folgejahren sich um die Menschen, wie es heute geschieht, gekümmert?

Damals war die Bedrohung hör- oder sichtbar (Näherrücken der Front und Fliegeralarm). Immerhin war die Gefahr greifbar im Gegensatz zu heute. Die Kinder jener Generation wuchsen in Angst und im Kampf ums Überleben auf und hatten meist keinen Vater an ihrer Seite.

Ich empfehle allen mittleren Jahrgängen, und besonders den nach der Wende geborenen Eltern, mit ihren Kindern die über 80-jährigen Großeltern nach diesen Zeiten zu befragen. Vielleicht hilft das, die gegenwärtige, wahrlich nicht leichte, Situation besser zu überstehen.

Manfred Meier, Forst (Lausitz)

Jetzt sind Schlupflöcher offen

Die Eindämmung und Bekämpfung des Coronavirus war bisher ein großer gemeinsamer Kraftakt von Politik und Bürgern. Wir können uns in unserer Region auch glücklich schätzen, dass sich die Zahlen in Grenzen halten. Durch die einzelnen Lockerungsmaßnahmen werden viele Schlupflöcher geöffnet, die durch Gegenmaßnahmen eingedämmt werden.

Dazu zählt die Maskenpflicht in Handelseinrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbst hält man sich an die Abstandsbestimmungen, aber vielfach ist ein Ausweichen gar nicht möglich. Das Tragen einer Maske, wenn auch nur einer selbstgebastelten, lässt garantiert die Ansteckungsgefahr um einige Prozentpunkte sinken.

Diese Maßnahme ist auch keine Einschränkung des privaten Freiheitsrechts. Sollte uns nicht die Gesundheit wichtiger sein, als auf eine solche Maßnahme zu verzichten? Es müssen so viele Schwachstellen wie möglich ausgeschaltet werden, damit es nicht wieder zu einem Ansteigen der infizierten Menschen kommt.

Ein Gutes hat die ganze „Aktion“ doch: Endlich hat Deutschland begriffen, dass wir auch selbst unsere Produktion in die Hand nehmen müssen. Und das können wir auch. Man sieht es doch, dass mit dem Handel der erforderlichen Masken in vieler Hinsicht Geschäfte gemacht werden, und die Angst der Bevölkerung ausgenutzt wird.

Ich würde mir nie eine Maske für 14,95 Euro kaufen. Trotzdem bin ich für eine bedingungslose Maskenpflicht für die kommende Zeit – und deutschlandweit.

Veronika Böttcher, Vetschau

So etwas darf es nicht geben

(...) Wenn ich in der Zeitung lese, dass unser Ministerpräsident (...) sagt, es liege an uns allen, die Coronaausbreitung zu verhindern, um Leben zu retten, kann ich dem nur zustimmen.

Aber, wenn er dann gleichzeitig den Landrat der Ostprignitz kritisiert, wegen dessen Anordnungen, Berliner und Potsdamer nicht in ihre Zweitwohnungen etwa nach Rheinsberg fahren zu lassen, dann kann ich nur fragen: Geht’s noch?

Wir sollen alle, so weit möglich, zu Hause bleiben und diese Herrschaften dürfen mit Genehmigung von Herrn Woidke und Frau Schneider fröhlich in den Osterurlaub fahren und ohne Kontrolle dort eventuell den Virus weiterverbreiten.

In Krisenzeiten wie dieser darf es so etwas einfach nicht geben (...). Viel und schön reden ist jetzt nicht angesagt. Es gilt zu handeln, wir haben in Brandenburg schon viel zu viel geredet und zu viel verschlafen. (...)

Eine abschließende Bemerkung noch zur Lesermeinung von Herrn Müller aus Senftenberg: Selten hat mir jemand so aus dem Herzen gesprochen. Die LR ist eine regionale Zeitung. Also sollte darin auch mehr aus der Region gebracht werden. Wenn ich Meldungen aus Berlin oder Sachsen lesen will, dann gibt es dafür die Berliner Zeitung oder die Sächsische Zeitung.

Roland Rosenau, Neuhausen