Der Bundespräsident nimmt die Bürger in die Pflicht, mahnt Verantwortung aller und jedes Einzelnen an angesichts des gesellschaftlichen Klimas geprägt von Streit.

Das macht sich staatsmännisch immer gut, denn es mahnt alle und letztlich keinen. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken, sagt der Volksmund. Das stimmt bis heute, nach Jahrtausenden Erfahrung.

Woher kommt der Hass?

Warum als oberste moralische Instanz des Staates nicht klarer und konkreter? Zeit und Zustand der Gesellschaft machen es bitter nötig. Woher kommt der Streit bis hin zum Hass in den vielen Köpfen? Wer und woher kommen die Stichworte, Aufforderungen, Anleitungen und reichlich Lügen, die zu solchem Denken und Handeln bei den Regierten, beim Volke, erst führen?

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2019/12/191225-Weihnachtsansprache-2019.html

Welche Botschaften und politisch braune Brühe darf sich (...) ungehindert ausbreiten, die der Bevölkerung als alternative Wahrheiten angeboten werden, ohne Richtigstellungen und ohne Aufklärung?

Machen wir es konkret: Was ist das für eine Haltung in den christlichsten aller Stunden des Jahres, den Tagen des Singens und Betens an den Krippen im Lande der Hymnen, der Menschenrechte und des „Ihr Kinderlein kommet“, wenn das Staatsoberhaupt die Regierenden nicht an ihre christliche wie humane Pflicht erinnert.

Christliche Asylpolitik nötig

Einige hundert Kinder vom griechischen Samos aus unmenschlichen Zuständen, aus einem weit ärmerem Land, einem Land, was nicht Hauptschuld an Flucht und Vertreibung hat, aufzunehmen, ohne daran unterzugehen, das ist mein Maßstab für die Beurteilung dieses Staates, der Regierenden (...).

Eine europäische Lösung brauche es. Warum nicht das Vorangehen des reichsten, mächtigsten und einflussreichsten Landes in Europa? Wo ist Asylpolitik noch christlich, gerecht und überhaupt menschlich? Wenn die Herbergsherren in Betlehem einst so gedacht hätten, wie die heute vor Krippe betenden Politiker ...

Roland Winkler, Aue