Ich hätte hier mal ein kritisches Bild von meinem Freund dem Baum. (...) Mein Beispiel-Baum steht für die Gubener bei einem Advents-Spaziergang gut zu erreichen neben der Birkenallee; circa 500 Meter westlich der Altsprucke.

Und seine „helle Bandage“ hat drei Folgen: Er bindet keinen Sauerstoff mehr, bietet den Vögeln keinen Schutz und gibt sein gebundenes CO2 zukünftig durch Vermoderung zusätzlich wieder an die Atmosphäre ab.

Kaputte Bäume speichern kein CO2

Zurzeit wird hektisch von der grünen Umweltpolitik versucht, den CO2-Ausstoß zu verringern. Das soll über ein kurzfristiges Verbot des Dieselmotors, einer Unternehmens-Wettbewerbsverschärfung deutscher Industriebetriebe gegenüber dem Ausland mittels CO2-Zertifikaten, Windräder am Dorfrand und viele andere Hauruck-Initativen erreicht werden. Das aber durch Bäume die Möglichkeit besteht, Sauerstoff zu erzeugen und das CO2 durch Fotosynthese zu binden, also aus der Atmosphäre zurück zu nehmen, scheint wohl keiner von den „Bestimmern“ zu wissen.

Diesen Baum und all seine Brüder und Schwestern kann man nicht mit Maschendraht-Bandagen schützen, denn das wären alles nur zu aufwendige Sekundär-Maßnahmen. Die primär wirkungsvoll einzige Maßnahme ist, den Biber zu dezimieren.

Aber dazu müssten sich ja die oberen Politikstrategen zu einer Richtungsänderung durchringen. Das geht ja aber gar nicht, denn es hieße, der bisherige Weg war nicht richtig. Schlussfolgerung: weiter so.

Muss der Biber erst Potsdam erreichen?

Bei meiner diesjährigen Radtour über 500 Kilometer am Rhein entlang habe ich keinen einzigen, vom Biber geschädigten Baum, auch nicht im Naturschutzgebiet Mittelrhein, gesehen.

Er ist dort (noch nicht) ansässig, also besteht für das Bundesumweltministerium, dass seinen Sitz dort in Bonn hat, kein Handlungsbedarf. Auch Potsdam ist zurzeit noch weit weg. Doch was werden die grünen Entscheidungsträger tun, wenn der Biber Potsdam erreicht? Werden die Bäume des Weltkulturerbes Sanssouci dann Gamaschen tragen? Oder geht dann plötzlich doch etwas?

Gert Richter, Guben