Seit November 2019 präsentiert sich die LR im neuen Gewand (...). Als langjährige Abonnentin ziehe ich nach vier Monaten das Resümee, dass eine lausitzbezogene Berichterstattung nicht der Schwerpunkt ist.

Dem Inhalt des Leserbriefes kann ich nur zustimmen. Die Berichterstattung aus Berlin ist völlig fehl am Platz. Müssen die Leser im Südbrandenburger Raum wissen, ob in Berlin ein Mann eine Kirche verwüstet hat (26. März) (...) oder in Kreuzberg ein Pilotprojekt für breitere Spuren entsteht (28. März)? Am 23. und am 31. März 2020 beinhaltete die Seite zwölf nur berlinbezogene Artikel. Ich denke, hier vor Ort gibt es wichtigere Themen für die Leser.

Dazu kommt noch, dass dieser Teil der Zeitung die Überschrift Senftenberger Rundschau trägt.

Warum gehen die Redakteure nicht den alltäglichen Fragen, insbesondere den „kleinen“ Problemen der Bürger nach? (...)

Für die Mitarbeiter der jeweiligen Lokalredaktion sollte die Kommunalpolitik ein Schwerpunkt sein. Obwohl oft ein Journalist bei Ausschusssitzungen, Stadtverordnetenversammlungen oder Einwohnerversammlungen anwesend ist, wird selten oder sehr kurz über Inhalte des öffentlichen Teils berichtet.

Es gab auf der Lokalseite bis im vergangenen Jahr extra eine Rubrik (...), wo Bürger einem täglich wechselnden Ansprechpartner in der Redaktion per Telefon ihre Anliegen vortragen konnten. Warum wird der Link https://maerker.brandenburg.de, in dem auch Kommunen des Landkreises OSL erfasst sind, nicht genutzt? Diesen dort aufgeführten Hinweisen sollte auch die LR tiefgründiger nachgehen.

Es gibt genug Material für interessante und lebensnahe Berichte aus dem Südbrandenburger Gebiet. Der „normale“ Bürger sollte sich in den Zeitungsberichten wiederfinden. Allgemeine Artikel gibt es genug. Dazu braucht es nicht die LR.

Speziell auf die Stadt Senftenberg bezogen, drängt sich vielen Senioren aktuell die Frage auf, wie geht es mit der hausärztlichen Versorgung weitergeht. Es ist allgemein bekannt, dass mehrere Hausärzte in der Stadt die Praxis schließen, ohne einen Nachfolger zu haben. Warum wird dieses brisante Thema nicht aufgenommen?

Nach meinem Wissen war das kein Thema bei einer Ausschusssitzung der Stadt bzw. der Stadtverordnetenversammlung. Es gibt einen Seniorenbeirat, der die Interessen der Seniorinnen und Senioren Senftenbergs vertritt. Seit der Kommunalwahl 2019 trat er fünfmal zusammen. Der Inhalt der Sitzungen ist nicht nachlesbar, da bei jeder Sitzung unter Informationen vermerkt ist: „Zu dieser Sitzung wurden noch keine Detailinformationen freigegeben.“

Das ist ein Thema, was den Mitarbeitern der Lokalredaktion auf den Nägeln brennen müsste.

Emma Marx, Senftenberg