Ich denke, das Areal zwischen Blechen Carré und Stadthalle verdient die altgewohnte Bezeichnung „Stadtpromenade“ nur dann, wenn es dort auch eine wirkliche Promenade gibt. Die Strecke entlang der Stadtmauer ist so konzipiert und sollte deshalb auch wieder eine solche werden. Eine noch so schöne Bepflanzung ist da nicht ganz ausreichend. Laut „Meyers Lexikon“ ist eine Promenade „eine mit einer oder mehreren Baumreihen bestandene, den Fußgängern vorbehaltene Straße“. Momentan ist es aber nicht ganz ungefährlich als Familie nebeneinander zu „prominieren“.

Rechts und links wird man von überholenden Radfahrern bedrängt und muss manchmal feststellen, dass diese „Sportler“ - je nach Eile und/oder Kinderstube - recht unterschiedliche Auffassungen von Rücksichtnahme haben.

Radfahrer haben größere Lobby

Notgedrungen fühlen sich dann eben die Fußgänger zur Rücksichtnahme gezwungen und gehen einzeln. Alle drei Strecken zwischen Stadthalle und Bleche Carré sind für Radfahrer zugelassen. Es scheint, die haben die größere Lobby.

Die Anzahl älterer Menschen in der Stadt nimmt sicher auch in Cottbus zu. Radfahrer haben sich früher wenigstens durch klingeln bemerkbar gemacht. Heute hört man sie nur vorbei zischen und ist froh, als Fußgänger die eigene Spur gehalten zu haben, was alten Leuten nicht immer leicht fällt (Polyneuropathie u.Ä. führen zu gelegentlichen Gleichgewichtsstörungen). „Besoffen, oder was?“, rief mir neulich ein eiliger Radler im Vorbeifahren zu. Sehr lustig fand ich das nicht.

Ingeborg Scharf, Cottbus

Cottbus