Ich möchte voranstellen, dass ich ein großer Fan von Pele Wollitz war und tief in mir auch noch bin. Seine Leistungen als Trainer und sportlich Verantwortlicher in Cottbus verdienen höchste Anerkennung und Respekt. (...)

Dass es in der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern eines Unternehmens, Vereins et cetera auch mal knirscht, es unterschiedliche Auffassungen gibt, ist normal. Das kennen wir doch alle. Der FCE hat ihm einen neuen Zweijahresvertrag mit den gleichen Bezügen und der gleichen Machtfülle im Verein zur Unterschrift angeboten. Ich frage mich wirklich wo und wie hier ein mangelnder Respekt und ein fehlendes Vertrauen abgeleitet werden kann.

Pele Wollitz hat seine Abgänge bei seinen vorherigen Vereinen, etwa in Osnabrück und Köln, in ähnlicher Art und Weise vorbereitet und vollzogen. Für mich steht außer Frage, dass das alternativlose seiner Entscheidung die Tatsache ist, dass bereits ein anderer Verein sich seine Dienste zugesichert hat.

(...) Für mich zeigt er hier eindeutig sein böse Seite! Er lässt mitten in der Saison eine gut funktionierende, überwiegend junge und erfolgreiche Mannschaft im Stich. Und dies steht auch noch im völligen Gegensatz zu seinen ständigen Beteuerungen, dass Mannschaft, Verein und Region ihm eine Herzensangelegenheit sind. Ich hoffe, der FCE holt jetzt einen jungen und erfolgshunrigen Trainer, zum Beispiel Kaliber Mayer oder Fiel. Versuchen kann man es doch.

Michael Gersch, Cottbus

Der Arbeitgeber von Herrn Wollitz hieß Energie Cottbus. Er hat den vorliegenden Vertrag (leider wieder mit der Doppelfunktion) nicht unterschrieben, von seiner Sicht aus wegen unüberwindbaren "Sachverhalten". Auch für ihn gelten Rechte und Pflichten.

Herr Wollitz ist zweimal abgestiegen vom Profifußball in den Amateurbereich. Das sind Bewertungskriterien für einen Trainer, die einen hohen Stellenwert haben.

Jetzt in der Regionalliga NordOst steht Energie auf Platz eins, das ist hoch anerkennend für die Mannschaft und dem Trainer.

Energie hat das beste Stadion, über 3000 Mitglieder, jede Menge Fans, die meisten Zuschauer, beste Traningsbedingungen, ein Fanradio. Dann ist doch die logische Folge: Energie will und muss in den Profifussball – diese Dinge sprechen für sich.

Trotzdem hat sich der Trainer durchgerungen, den Verein zu verlassen. Das heißt normalerweise, er war total unzufrieden??? Oder ihn erwartet eine bessere Anstellung in 2020.

Hartmut Gärtner, Kolkwitz

Nun ist es klar, dass Claus Dieter Wollitz zum neuen Jahr aus dem Verein ausscheiden wird. (...) Anscheinend gab es schon im März einen Bruch zwischen Trainer und dem Präsidium. Trotz dessen führte Wollitz sein Engagement nach dem Abstieg weiter.

Sieben Monate später fällt ihm ein, dass er nicht mehr das nötige Vertrauen spürt und zieht, zusammen mit der Vereinsführung die Reißleine. (...)

Schon zu Beginn der jetzigen Saison zeterte Wollitz immer wieder an den verfügbaren finanziellen und sportlichen Mitteln herum und schraubte die Erwartungen herunter.

Das Präsidium hingegen gab den Aufstieg als unwiderrufliche Zielsetzung aus. Damals fragte ich mich schon, was da eigentlich los ist. Nach den ersten Spieltagen sollte Wollitz vorerst rechtbehalten, der FCE dümpelte im Tabellenmittelfeld herum (...). Doch zur Winterpause stehen wir an der Spitze und haben alle Möglichkeiten aufzusteigen. Trotzdem oder vielleicht grade wegen dieser Konstellation wirft Wollitz nun hin.

Ich empfand Wollitz immer als Trainer (...), dem neue Ansätze gefehlt haben. Hinzu kam immer eine ganz schöne Brise Opfermythos in den Pressekonferenzen und manchmal agierte er auch unangenehm prollig. Aber meine Güte haben wir geile Spiele mit ihm durchlebt und er propagierte immer eine unglaubliche Identifikation.

Es war toll mit anzusehen, wie er so viele Spieler entwickelt und nach vorne gepeitscht hat. Der Aufstieg 2018, das Landespokal-Spiel gegen Babelsberg und die mitreißenden DFB-Pokal Spiele waren Highlights der jüngeren Vereinsgeschichte. (...)

Das ganz große Problem ist: Wer innerhalb von dreieinhalb Jahren zweimal den Klassenerhalt in die dritte Liga am letzten Spieltag sichern kann und dies nicht schafft, hat bei einem Fußballverein mit Profi Ansprüchen wirklich nichts zu suchen. Hinzu kommt das für ein Regionalligaverein exorbitante Gehalt, welches er verdiente. (...)

Wir sollten Wollitz danken für die Entwicklung dieses Kaders, aber nichtsdestotrotz trägt er an der jetzigen Situation des Vereins eine große Mitschuld.

Ich denke dem Verein könnte die Neuausrichtung guttun, wenn die Vereinsführung, die sich in der Causa auch dilettantisch verhalten hat, jemanden findet der unserem tollen Verein gerecht wird. Ich hoffe das wir im Mai aufsteigen und das neue Jahrzehnt die Rückkehr des Bundesligaklubs Energie Cottbus wird. Denn das braucht die Lausitz in den nächsten Jahren. Man darf ja träumen …

Justus Gutsche, Cottbus

Es ist immer schwierig die Situation aus der Ferne einzuschätzen.Aber Peles Fähigkeiten als Trainer sind unbestritten! Das am Ende letzter Saison ein Tor gefehlt hat, was kann er dafür?

Aus dem Nichts hat er wieder eine Mannschaft auf Platz eins der Regionalliga geführt! Seine sportliche Kompetenz wird uns fehlen!

Außerdem wäre es jetzt an der Zeit Verträge zu verlängern, die Neuverpflichtungen zu tätigen. Wer soll das machen? Hat unser Vorstand einen Plan B? Ich glaube nicht.

Ich vermute Inkompetenz und Eitelkeiten in der Vereinsführung und im Umfeld haben unserem FCE gerade ein klassisches Eigentor geschossen!

Was ein Verein mit wenig Mitteln, aber einer fähigen Vereinsführung erreichen kann, haben wir vor 20 Jahren hier erlebt und sehen wir jetzt beim FC Erzgebirge Aue! Davon sind wir so weit entfernt, wie der Ostsee von einem ausreichenden Wasserstand, leider! (...)

Reimar Kuke, Thale/ Harz

Voller Unverständnis hat die kleine Kolonie der Energiefans in Niedersachsen bereits die in Heckenschützen-Manier herüberkommende, latente Unterminierung des Trainers durch vermeintlich dem Verein nahe stehende Personen aufgenommen.

Man erinnere: Der freie Fall vom Sommer schien trotz schmalem Budget abgewendet. Gar spross ein zartes Hoffnungspflänzchen der 50:50 Relegations-Chance entgegen. Auf dem Platz ein Team – in Wollitz’scher Manier gepusht und behütet. Fan, was willst Du mehr!?

Das und der Typ Wollitz als „positiv Verrückter“ fanden überregional Beachtung und hätten als Fundament, als (Sponsoren-)Argument für mehr dienen können.

Offenbar wurde es stattdessen kleingeistig als Bedrohung, als zuviel Ego (in einer ausgemachten Ego-Branche!) wahrgenommen.

Nun herrscht blankes Entsetzen. Unter wirtschaftlich weit besseren Voraussetzungen wurden schon Trainer-Giganten wie Timo Zahnleiter und Stephan Schmidt nach Cottbus gelockt. Man darf gespannt sein, wie es jetzt weiter geht und man sollte auf alles gefasst sein!

Ulrich Schmidt-Kania, Hannover

Eine Überraschung ist es nach den außergewöhnlich emotionalen Verbeugungen von Pele gegenüber der Nordwand nach dem letzten Heimsieg wahrlich nicht. Wollitz war bis zuletzt das Aushängeschild für den Club, die Stadt und die Region.

Ohne entsprechendes Interna-Wissen ist eine realistische Einschätzung zu den Ursachen der vorzeitigen Trennung schlicht unmöglich. Allerdings sollten alle Mitglieder des Präsidiums, des Verwaltungsrats sowie bestimmt auch Herr Lepsch sehr, sehr nachdenklich sein und hoffentlich zielführende Maßnahmen im Interesse der langfristigen Stabilisierung unseres Clubs ergreifen. Sonst platzt der Traum vom Profifußball in Cottbus schneller als man denkt wie eine Seifenblase.

Dietmar Wasmus, Cottbus