Offensichtlich haben sich die Cottbuser Stadtplaner beim neuen Mobilitätskonzept vor allem von der Grünen-Fraktion inspirieren lassen. Die Utopie der Berliner Grünen von einer autofreien Innenstadt lässt grüßen. Wir halten vom Mobilitätskonzept für den Cottbuser Altmarkt nicht viel.

Es wäre ein Schock für die lokale Wirtschaft in der Innenstadt, die Touristen und Bewohner. Am Ende würden die paar übriggebliebenen Fußgänger und Radfahrer ganz „altstadtberuhigt“ unter sich sein.

Schon jetzt werden von den „Älteren“, zu denen auch wir zählen, immer weniger, die zu Fuß oder per Tram den Altmarkt besuchen. Der Stadtkern und die Gute Stube von Cottbus benötigen städtisches Leben.

Bestehende Regeln besser kontrollieren

Der Verkehr am Altmarkt ist doch mit Geschwindigkeitsbeschränkung und Einbahnstraße schon ausreichend beruhigt. Nur müsste die Stadt die Einhaltung der Regeln besser kontrollieren.

Schockierend sind auch die Vorhaben in Sachen Parken in der Innenstadt. Ein Parkhaus mit Bewirtschaftung kostet erst einmal viel Geld, und ob es wegen der Parkgebühren überhaupt ausreichend genutzt und wirtschaftlich zu betreiben ist, bleibt auch fraglich.

Abgesehen davon ist auch zu bezweifeln, dass es an der vorgesehenen Stelle überhaupt ins Stadtbild passt. Am Ende wären die Bürger, die mal schnell ein Geschäft erreichen wollen, und die lokale Wirtschaft die Dummen.

Bei der bekannten demografischen Entwicklung sollten die Planer doch wissen, dass die Interessen der zunehmend älteren Bevölkerung mehr zu berücksichtigen sind.

Da ist es schon notwendig, dass der Altmarkt und die Innenstadt auch per privatem Pkw erreichbar ist und das Parken auch für Bürger im niederen Einkommensbereich bezahlbar bleibt. Und nicht vergessen: Die Bevölkerungszahl von Cottbus wird wohl in Zukunft eher weiter abnehmen.

Überzogenes Vorhaben

Das vorliegende Mobilitätskonzept halten wir für überzogen. Wir fragen uns, wie das alles, samt den zusätzlichen Hinweisen und Vorschlagswünschen, finanziell realisiert werden soll. Fehlen der Stadt nicht jetzt schon die Mittel und Kapazitäten, um die Infrastruktur wie Straßen, Schulen und öffentliche Gebäude in Ordnung zu bringen?

Auch der Zugang zur Innenstadt über die Straße der Jugend von der Unterführung bis zum Brandenburger Platz bietet ein katastrophales Bild. Noch sind wir gern zu Fuß in der Innenstadt und am Altmarkt, so wie er heute ist, unterwegs.

Wir würden uns nur wünschen, dass insbesondere in der Spremberger Straße durch Kontrollen der wilde Radverkehr eingeschränkt wird. Dies stellt für Fußgänger eine größere Gefahr dar, als die wenigen Autos am Altmarkt. Das historische Kopfsteinpflaster am Altmarkt sollte erhalten bleiben.

Klaus Kretzschmar und Uschi Rednos, Cottbus