Ich halte das Aufrechterhalten der Kontaktsperre bis zum 8. Mai 2020 mit ein paar marginalen Lockerungen für falsch. Die erheblichen Einschränkungen verursachen einen unverhältnismäßig hohen Schaden und Einschränkung der Grundrechte für die meisten Menschen. Der Infektionsverlauf entspricht den ursprünglich verkündeten Zielen. Warum also nicht jetzt mehr Lockerungen?

Entgegen der Meinung vieler hat die Politik versagt. Zunächst hat man bis Anfang März das Risiko verdrängt, und jetzt überbieten sich die Bundesländer gegenseitig mit Maßnahmen. Hier fehlt Mut, oder ist es politisches Kalkül?

Im Übrigen: Die Minderheit der Gefährdeten und Risikopersonen, ich gehöre auch dazu, haben selbst ihre Verantwortung zum Schutz ihrer Person durch Vermeidung von Kontakten wahrzunehmen. Sie können aber nicht von anderen verlangen, dies durch gesetzlichen Zwang in gleicher Weise machen zu müssen, um sie zu schützen. Das ist auch unsozial.

Das Verbot von Großveranstaltungen, die Reise- und Einreisebeschränkungen sind natürlich angemessen und müssen leider bis auf Weiteres aufrechterhalten werden.

Tomas Gratzke, Cottbus

Wenn es in einem Supermarkt, einem Baumarkt, einer Postfiliale möglich ist, eine Kundenzahl zu begrenzen, sollte das doch auch in anderen Geschäften und Gaststätten möglich sein. Das könnte ja überall auch an das Tragen von Masken gekoppelt sein.

Am schlimmsten finde ich die Auswirkungen auf unsere Kinder. Die Kleinsten begreifen es am wenigsten, warum ihnen so lange Gewalt angetan wird und sie nicht auf den Spielplatz dürfen. Eine begrenzte Anzahl, unter Aufsicht ihrer Eltern, die ja auf Abstand achten und auch ihr Desinfektionsspray bei sich haben und gleich verschmutzte Hände reinigen können. Da müsste ein Spielplatzbesuch doch möglich sein, ohne Bestrafung. (...)

Organisierte Freizeitgestaltung sollte auch endlich wieder möglich sein, unter Beachtung bestimmter Hygiene-Regeln; Instrumentalunterricht, Sport, Tanzen im Verein ...

Wenn Schutzkonzepte vereinbart und eingehalten werden und dennoch irgendwo Ansteckungen passieren, wird es wahrscheinlich Jüngere treffen, die mit einem stärkeren Immunsystem die Krankheit besser überstehen.

Die Risikogruppen sollten sich nach wie vor besonders schützen. Es wurde doch sowieso angekündigt, dass es ein Leben mit dem Virus geben wird und eine Immunität danach in Aussicht gestellt.

Also müsste es doch möglich sein, die bisherigen Repressalien zu einem noch größeren Teil zurückzunehmen. Der Unterricht könnte ja auch in großen Räumen, etwa in Turnhallen, stattfinden, wo Tische in größerem Abstand stehen können.

Monika Berger, Kolkwitz

Die Maskenpflicht seit dieser Woche in Sachsen schlägt meines Erachtens dem Fass den Boden aus. Ich bin Demokrat durch und durch und verteidige unsere freiheitliche Verfassung nach den Erfahrungen zu Ostzeiten immer wieder aus ganzem Herzen. Aber was zurzeit in Sachsen passiert, verstehe ich nicht.

Wir haben zurzeit in Deutschland eine Infektionsrate von gerade einmal etwa 0,175 Prozent Prozent der Bevölkerung. Aber vor allem ist Sachsen eines der am wenigsten betroffenen Bundesländer in Deutschland mit etwa  0,09 Prozent. Prozent.

Damit den Eingriff in die bürgerlichen Freiheitsrechte zu begründen, halte ich für gefährlich. Zuerst die Ausgangsbeschränkungen und jetzt noch die Maskenpflicht. Heißt das, dass künftig jede Krankheit als Rechtfertigung dienen darf, die Menschen derart einzuschränken?

Es gab 2018 1769 registrierte Fälle Windpocken in Sachsen (Dunkelziffer etwas höher). Das waren 0,05 Prozent der Bevölkerung. Mit HIV infiziert sind 0,06 Prozent der Bevölkerung in Sachsen (2700 bekannte Fälle). Woher kommt dieser Aktionismus? Regiert uns die Angst?

Ich verstehe es nicht mehr und fühle mich nicht wohl in einem Land, das so leichtfertig mit der Freiheit seiner Bürger umgeht.

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich diesem Thema abseits von Verschwörungstheorien einmal annehmen. Ganz klar auf Fakten beruhend und hinterfragend: Wie klein darf die Bedrohung eigentlich sein, dass solche radikalen Eingriffe zu rechtfertigen sind?

Jörg Frohberg, Leipzig

Ich möchte mich nicht an den Spekulationen beteiligen, ob, wo und wann das Corona-Virus in Geheimlabors entwickelt und so die Büchse der Pandora geöffnet wurde, ob die Corona-Pandemie als Dritter Weltkrieg zu betrachten ist, (...), ob das Corona-Virus den vielen Rothschilds, Goldmann-Sachs’, Soros’, Gates’, Buffets, den Globalisierungsprofiteuren und wie sie noch alle heißen, noch mehr Reichtum gebracht hat, oder, ob das Corona-Virus noch mehr zur Volksverdummung aufgrund der Hortung von Klopapier, von Nahrungsmitteln und anderem beiträgt und zur Aushebelung der verbrieften, verfassungsgemäßen Grundrechte und einem totalen Überwachungsstaat dienlich ist!

Nein, an diesen Spekulationen der Verschwörungstheoretiker will ich mich nicht beteiligen. Aber ich will auf die Wichtigkeit des Abstandhaltens und der Hygienemaßnahmen hinweisen.

Ich beschäftige mich mit Sagen, vornehmlich mit Sagen aus der Calauer Schweiz, und dazu finde ich Hinweise in den verschiedenen Sagen, die uns von unseren Altvorderen hinterlassen wurden, denn Sagen sind das Wissen eines Volkes.

In der Sage der „Pest von Missen“ ist ein Hinweis „zum Abstandhalten“ und „zur Hygiene“ zu finden. Die Sage berichtet, dass eine erbärmliche Gestalt am Wegesrand liegend die Bauern, welche zur Abendstunde in ihr Dorf nach der Tagesarbeit vom Feld zurückkehren, bittet, in das Dorf mitgenommen zu werden. Aber die Bauern verneinen die Bitte.

Nur ein Bauer erbarmt sich und nimmt die Gestalt auf dem Wagen mit. Kurz vor dem Dorf Missen richtet sich die Gestalt auf und sagt: „Ich bin der Vorbote der Pest! Nehme deine Familie und dein gesamtes Vieh und gehe hinaus aufs freie Feld, und erst, wenn die weiße Gans auf dem Fließ geschwommen kommt, dann kannst du wieder in das Dorf zurückkehren!“, und löst sich in Luft auf.

Der Bauer machte es so, wie die Gestalt es ihm geraten hat. Nach einiger Zeit kommt die weiße Gans geschwommen und der Bauer kehrt mit seiner Familie wieder in das Dorf zurück. Dort sieht er, dass das gesamte Dorf von der Pest dahingerafft gerafft wurde. Also ganz wichtig ist der Hinweis: Abstand halten (das freie Feld) und die Hygiene beachten (das Fließ)! Günter Kalliske, Großräschen