Angesichts der steigenden Opferzahlen und der enormen wirtschaftlichen Schäden halte ich es für unangemessen und verfrüht, China als Profiteur der Corona-Pandemie an den Pranger zu stellen, weil es „medienwirksam“ Ärzte und Medizintechnik in die Krisengebiete schickt.

Auch Südkorea profitiert mittlerweile vom großen Geschäft mit den in der ganzen Welt stark nachgefragten „Corona-Schnelltests“.

China hat es gemeinsam mit dem von US-Sanktionen malträtierten Kuba geschafft, eine erste Hürde im Kampf gegen das Virus zu nehmen: Unter besonderen Vorkehrungen dürfen jetzt die Menschen nach Wuhan zurückkehren.

Damals, zu Beginn der Pandemie, hat man auf die Abriegelung dieser Provinz und die restriktiven Maßnahmen des „kommunistischen Regimes“ mit scharfer Kritik und auch einer gewissen Portion Häme reagiert. Die Hilfsbereitschaft des Westens hielt sich in Grenzen.

China leistet Enormes

Als die WHO dann China wegen des konsequenten Vorgehens und kleiner Erfolge sogar lobte, hagelte es Kritik in den Leitmedien von allen Seiten. Die Verlagerung der Produktion lebenswichtiger Güter nach China ist nicht die Schuld Pekings allein, schuld ist das Streben der Wirtschaft nach Maximalprofit mit möglichst geringen Kosten.

Natürlich will sich China in dieser schwierigen Zeit als verlässlicher Partner zeigen, verfolgt dabei sicher auch machtpolitische Interessen. Doch wer tut das nicht?

Da der Westen China als schärfsten Konkurrenten betrachtet, dominieren die Negativinformationen über dieses Land. Doch die Leistungen, die die Chinesen in historisch kurzer Zeit nach brutaler kolonialer Ausplünderung erbracht haben, sind enorm. Im Kampf gegen die Armut, eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Flüchtlingskrise, hat China beachtliche Erfolge erzielt, was schließlich auch im Kampf gegen Covid-19 von Vorteil ist.

Gesina Braun, Spremberg

Wenn man heute in die Medien schaut, gibt es nur Hilflosigkeit in Zeiten von Corona. Ja, das ist alles wichtig, was gesagt oder geschrieben wird, aber die Menschen, egal ob alt oder jung, haben die Auswirkungen jetzt und erst recht später zu ertragen. Welch traurige Zukunft!

In allen Artikeln wird über den Zusammenhalt gesprochen, wenn man tiefer hinein sieht in den Text, kann einem bald schlecht werden.

Es ist dem normalen Menschenverstand nicht klar, wie man gerade alte Menschen – und was ist eigentlich alt? – auf irgendeine Weise wegsperrt, damit sie nicht gefährdet werden. Welch ein Hohn, wenn man weiß, dass sich viele Bewohner in der Altenpflege befinden und täglich auf Besuch der Familie warten.Was haben diese Menschen denn sonst noch?

Unnötige Abschottung der „Alten“

Dort wäre ein wirklicher familiärer Zusammenhalt angebracht. Ich maße mir dieses Empfinden auch an, denn immerhin gehe ich bereits seit 20 Jahren in ein solches Pflegezentrum, in dem meine Schwiegermutter, dann meine Eltern dort waren bzw. mein Vater, bisher ohne Pflegestufe, noch im betreuten Wohnen lebt.

Es ist für mich schlicht und einfach eine Aussortierung, die man keinesfalls akzeptieren sollte. Die wichtigen und notwendigen Schutzmaßnahmen ist man doch trotzdem gern bereit, einzuhalten. Da gibt es keinerlei Diskussion.

Zu meiner Frage, was eigentlich alt ist? Zählen die älteren Politiker sich denn auch dazu? Mein Mann (bald 70) und ich (bald 66) fühlen uns jedenfalls nicht zu alt, um unseren Kindern und Enkeln hilfreich zur Seite zu stehen.

Vielleicht sollte mal über das Alter nachgedacht werden, wenn man sagt, dass das heutige 70 das ehemalige 60 bzw. noch etwas jünger ist? Eine Generation zurück, bei meinen eigenen Eltern, kann ich mich nicht erinnern, dass sie Auto gefahren sind, zum Sport gegangen oder sonst sehr aktiv waren. Aber wir sind das, und da beziehe ich sehr, sehr viele Menschen mit ein.

Wir Alten sind nicht für die jetzige Art und Weise gedacht, uns angeblich unter Schutz stellen zu wollen. Was macht die Politik, wenn man auf der Straße oder in Kaufhallen von jüngeren Menschen „dumm angemacht“ wird? Bekommt man dann Hilfe? Oder heißt es: Wärst Du zu Hause geblieben, wäre Dir das nicht passiert?

So kann man nicht in die blühende Zukunft sehen, sondern eher in eine in dunklerem Schwarz.

Freia Hager, Cottbus