Die Brandenburgische Schlösser gGmbH wurde 1992 gegründet und hat größte Verdienste bei der Sicherung und Sanierung kulturhistorisch äußerst wichtiger und erlesener Denkmale in Brandenburg (...) erworben.

Ich war bis Mai 2019 ehrenamtlicher Bürgermeister und durfte das beim in meiner Gemeinde Großkmehlen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gelegenen Renaissance-Wasserschlosses erleben. Im Frühjahr 2008 wurde zwischen der Gemeinde und der Brandenburgischen Schlösser gGmbH eine Projektgemeinschaft für die Sanierung des Schlossareals Großkmehlen vereinbart.

Es wurde abgesprochen, dass die Gemeinde Ideen zur Nutzung des Schlossareals (...) einbringt und in Abstimmung mit dem Schlosseigentümer (...) bei der Beantragung von Fördermitteln für entsprechende Baumaßnahmen benennt.

Als Voraussetzung für diese Bau- und Sanierungsmaßnahmen erfolgte auch der Erwerb von Grundstücken Dritter auf dem Schlossareal durch die Gemeinde.

Für alle genannten Aktivitäten wurde in der Gemeinde geworben, erforderliche Beschlüsse wurden mit sehr großen Mehrheiten in der Gemeindevertretung gefasst.

Davon ausgehend arbeitete die Brandenburgische Schlösser gGmbH Projekte aus und stellte Anträge auf Fördermittel aus dem EU-Fonds für „Integrierte Ländliche Entwicklung“, diese wurden bewilligt.

Nun konnten mit Millionenaufwand Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten im Schlosspark, im Gutshof und im Schloss realisiert werden; mit der Gemeinde wurden langfristige Mietverträge zur Nutzung von Räumen im Schloss und im Gutshofbereich (als Versammlungsräume für die Gemeinde, als Hochzeitssaal, für Vereine, als Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr) abgeschlossen.

In den Präambeln dieser Mietverträge hieß es: „Das Schlossareal, als Ort der Kommunikation und als gesellschaftliches Zentrum der ganzen Gemeinde, soll für die Öffentlichkeit zugänglich sein.“

Potsdam/Bonn

Inzwischen ist eine neue Situation eingetreten: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erwägt den Verkauf der Objekte (...). Sie begründet ihre Absicht unter anderem damit, dass das Land Brandenburg seine ursprüngliche Beteiligung von 50 Prozent an der Gesellschaft und den Kosten auf heute nur noch fünf Prozent gesenkt hat. Das führe zu einer sehr einseitigen Kostenbelastung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die diese nicht auf Dauer tragen möchte.

Das Engagement der Gemeinde im Schlossareal durch Grundstückskäufe und Mietverträge erscheint heute eher als Verkaufshindernis und weniger als ein Beitrag zur Unterstützung identitätsstiftender Wirkungen von Kulturdenkmalen in der hauptstadtfernen Region.

Das steht im Gegensatz zum erklärten Willen der neuen Brandenburger Landesregierung, wonach die Entwicklung der Peripherie des Landes besser beachtet werden solle, zumal wenn sie Entwicklungsachsen (hier die Achse Dresden-Berlin) betrifft.

Während für 30 Schlösser zwischen Rheinsberg und Königs-Wusterhausen über die Stiftung „Preußische Schlösser und Gärten“ bis 2030 nochmal 400 Millionen Euro zur Verfügung stehen, steht die Zukunft der Objekte der Brandenburgischen Schlösser GmbH (...) in den Sternen.

(...) Vor diesem Hintergrund bitte ich darum, zu prüfen, den Anteil des Landes an der Brandenburgischen Schlösser GmbH wieder deutlich zu erhöhen. Die mit öffentlichen und Fördermitteln wieder hergestellten Kulturdenkmale sind überregional bedeutend und sie sollten deshalb bei ihrer Nutzung auch einen überregionalen Bezug erhalten.

Dies ist bei entsprechender Haltung und bei entsprechendem Engagement der Landkreise und der Landesregierung am besten zu erreichen.

Hier gibt es erhebliches Verbesserungspotenzial, damit wirtschaftlich tragfähige Nutzungskonzepte umgesetzt werden können.

Gerd Müller-Hagen, Kleinkmehlen