Die Lesermeinung bezieht sich auf folgenden Beitrag:

Keine Behauptung, sondern Fakt

1. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die fachlich fundierten Feststellungen im Gutachten des ehemaligen Sachverständigen für Tagebaugroßgeräte, der dieses Tagebaugerät über 20 Jahre betreut hat, als „Behauptungen, die bisher nicht begründet sind“, so die Aussage des Landesamtes für Denkmalspflege in diesem Artikel, abgetan werden. Jeder mit Tagebaugroßgeräten vertraute Ingenieur wird die im Gutachten gewonnenen Erkenntnisse bestätigen.

2. Es ist ebenfalls nicht nachvollziehbar, warum das Landesamt für Denkmalsschutz nicht das Gespräch mit den kompetenten Fachleuten (Lauchhammerwerk, Bkk Senftenberg, LMBV, Prüfstelle für Tagebaugeräte) sucht, um zu einer fundierten Einschätzung über den Erhalt dieses Baggers zu gelangen.

Nur der Unterbau bliebe erhalten

3. Die Aussage von Dr. Baxmann: „... der Bagger wird noch in 300 Jahren stehen“, ist technischer Unsinn, weil jeder mit Tagebaugroßgeräten befasste Ingenieur weiß, das ein Versagen einzelner Stäbe (und das ist zeitnah möglich) zum Zusammensturz des gesamten Oberbaues führen kann. Erhalten bleibt lediglich der massive Unterbau.

4. Nur wer den Zusammensturz eines solchen Stahlriesen erlebt hat – und der Verfasser dieser Lesermeinung hat über zehn Tagebaugroßgeräte durch Sprengung zusammenstürzen sehen –, weiß, mit welcher Urgewalt abplatzende Nietköpfe über mehrere 100 Meter durch die Gegend fliegen. Dieses Risiko kann keiner übernehmen.

5. Der Verfasser dieser Lesermeinung steht für den Erhalt technischer Denkmale, aber dieser Bagger ist in diesem Zustand kein technisches Denkmal und der finanzielle Aufwand zur Herstellung eines denkmalwürdigen Zustandes wäre eindeutig zu hoch.

Günter Jossa, Leipzig