Sie zitieren den Transatlantik-Beauftragten, dass „die Europäer“ den „Scherbenhaufen zusammenkehren“ müssten, den die USA bei einem möglichen „schmutzigen Deal“ (was immer der beinhalten soll?) zwischen Serbien und Kosovo anrichten könnten.

Was hat denn die Europäische Union in Jugoslawien für einen Scherbenhaufen hinterlassen? Ich hatte bereits in einem Leserbrief mein Entsetzen über die EU-Außenpolitik während der Corona-Pandemie zum Ausdruck gebracht. Ein ähnliches Versagen der EU kann man in Serbien beobachten. Das begann schon mit der viel zu zeitigen Anerkennung von Kroatien (und Slowenien) insbesondere von Deutschland, womit der spätere Bürgerkrieg befördert wurde. Was haben die Holländer gemacht, um das Massaker von Srebrenica zu verhindern? Oder, der absolute Höhepunkt, mit der völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Bombardierung von Serbien?
Ich habe mir zerschossene serbisch-orthodoxe Kirchen, zerstörte serbische Dörfer, die wiederaufgebaute Brücke von Mostar angesehen, ebenso das Ergebnis der Bombardierung von Dubrovnik. Ich habe das Museum der Belagerung und den „Tunnel des Lebens“ im wunderschönen Sarajevo besucht. Zwei „Ergebnisse“ der EU-Außenpolitik sind die nicht lebensfähigen Staaten Bosnien-Herzegowina und (das von UCK-Mitgliedern regierte) Kosovo, das sich völkerrechtswidrig von Serbien abgespalten hat und von einigen EU-Staaten anerkannt wurde.
Also bitte: immer zuerst vor der eigenen Haustür kehren.

Gerd Droese, Spremberg