Eine ausufernde Bürokratie in Deutschland schreckt junge Menschen ab, sich selbstständig zu machen. Damit hat der Präsident der Handwerkskammer Cottbus recht.

Ich kann mich nur solidarisch erklären, ich habe eine Arztpraxis und kann beipflichten, dass der Verwaltungsaufwand zunimmt.

Nach der Spahn’schen Reform ist das genau so eingetreten, wie sicherlich neue Bestimmungen und die Datenschutzverordnung für die Handwerksbetriebe ein Mehr an Verwaltung und Papierkram fordern.

Hinzu kommt, dass sich die Software-Industrie geradezu mit Genuss auf diese Themen wirft und für viel Geld Problemlösungen anbietet.

Auch die versprochene Benutzerfreundlichkeit verhindert eines nicht: Man sitzt stundenlang vor dem Computer und vor Formularen, ohne dass etwas Handfestes geleistet, schon gar nicht etwas verdient wird. Es wird Zeit für Eindämmung des Verordnungswahnsinns.

Dabei sollten wir Bürger uns auch an die eigene Nase fassen, und nicht bei jedem Problemchen nach neuen Gesetzen, Verordnungen und Regelungen rufen. Da wird dann nämlich die Freiheit auf der Strecke bleiben.

Johannes Wagner, Lübben

Schwarze Schafe überall

Tatsächlich übersteigt die zunehmende Bürokratie die Kapazitäten von klein- und mittelständigen Betrieben erheblich.

Dennoch stellt sich die Frage, warum in der Renten- und Steuerpolitik ausschließlich die „Wohltaten für sozial Schwächere“ als Problem benannt werden.
Ohne Zweifel wären einige „Steuergeschenke” verbesserungswürdig und es gibt es auch Menschen, die diesen Sozialstaat auszunutzen wissen. Genauso wissen andere, wie man sich der Zahlung von Steuern entziehen bzw. sich sogar auszahlen lassen kann, siehe die Cum-Ex-Geschäfte mit einem Steuerbetrug von 30 Milliarden Euro in Deutschland.

Von Steuertricks einiger der zehn Prozent reichsten Bürger, die über mehr als 56 Prozent des Gesamtvermögens in Deutschland verfügen und Apple, Google und Amazon, die bei Milliardeneinnahmen so gut wie keine Steuern zahlen, ganz zu schweigen.

Maysun Kellow, Doberlug-Kirchhain