Nachdem sich der Pulverdampf zu meinem Gastkommentar gelegt hat, erlaube ich mir noch eine Bemerkung.

Der Kommentar enthielt drei Punke: Ich wollte erstens meiner Freude über den 30. Jahrestag des Mauerfalls Ausdruck verleihen. Diese Freude wird offenbar nicht überall geteilt. Ich habe zweitens eine ehrliche Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit angemahnt. Die schrillen Töne zeigen, wie überfällig diese ist. Ich habe drittens vorgeschlagen, damit aufzuhören, auf hohem Niveau zu klagen.

Es ist mir ein vollkommenes Rätsel, wie diese Punkte eine solche Lawine negativer Reaktionen auslösen konnten.

Für die Zukunft habe ich eine Bitte: Argumentative Auseinandersetzungen sind in einer freiheitlichen Gesellschaft das Normalste von der Welt. Was ich allerdings vermisst habe, ist eine Streitkultur, die den Namen verdient.

Warum muss man den vermeintlichen Gegner erst einmal mit Verbalinjurien verunglimpfen, bevor man zur Sache kommt? Das ist doch vollkommen unnötig.

Bedanken möchte ich mich bei denjenigen, die mir beigesprungen sind. Beeindruckt hat mich eine Dame, die ihrer Dankbarkeit darüber Ausdruck verlieh, eine Rente aus einer Kasse zu beziehen, in die sie nie einen Pfennig einbezahlt hat.

Dem Herrn, der mich aufgefordert hat, doch nach Bayern zurückzugehen, werde ich diesen Gefallen allerdings nicht tun. Ich bleibe hier.

Sebastian Rotenhan, Reuthen