Manche Energie-Fans verlieren nicht viele Worte, um ihren Ärger über den Wollitz-Abschied zu verkünden.

Jetzt geht es nur noch bergab

Da sieht man wieder, dass nur Amateure im Verein unterwegs sind. Jetzt wird der Verein ganz zu Grunde gerichtet. Auf in die Insolvenz!! Danke, Pele!

Heiko Blühtgen, Cottbus

Bitte Insolvenz anmelden

Ruhe in Frieden – Energie Cottbus. Der einzige mit Sachverstand verlässt den Verein. Wo geht ein Trainer als Tabellenerster freiwillig??? Aufstieg erledigt. Bitte Insolvenz anmelden und bei null anfangen. Hagen Ulbrich, Görlitz

Auch Pele hat Pflichten

Er hat den vorliegenden Vertrag (leider wieder mit der Doppelfunktion) nicht unterschrieben – aus unüberwindbaren „Sachverhalten“. Auch für ihn gelten Rechte und Pflichten.

Herr Wollitz ist zweimal abgestiegen vom Profifußball in den Amateurbereich. Das sind Bewertungskriterien für einen Trainer, die einen hohen Stellenwert haben. Jetzt, in der Regionalliga Nord-Ost, steht Energie auf Platz eins. Energie hat das beste Stadion, über 3000 Mitglieder, jede Menge Fans, die meisten Zuschauer, beste Traningsbedingungen, ein Fanradio. (...)

Trotzdem hat sich der Trainer durchgerungen, den Verein zu verlassen, heißt normalerweise:

Er war total unzufrieden? Oder eine bessere Anstellung in 2020.

Hartmut Gärtner, Kolkwitz

Zu viel Ego?

Voller Unverständnis hat die kleine Kolonie der Energiefans in Niedersachsen bereits die in Heckenschützen-Manier herüberkommende, latente Unterminierung des Trainers durch vermeintlich dem Verein nahe stehende Personen aufgenommen. Man erinnere: Der freie Fall vom Sommer schien trotz schmalem Budget abgewendet. Gar spross ein zartes Hoffnungspflänzchen der 50:50 Relegations-Chance entgegen. Auf dem Platz ein Team – in Wollitzer Manier gepusht und behütet. Fan, was willst Du mehr!?

Das und der Typ Wollitz als ‚positiv Verrückter‘ fanden überregional Beachtung. Offenbar wurde es stattdessen kleingeistig als Bedrohung, als zu viel Ego (in einer ausgemachten Ego-Branche!) wahrgenommen.

Nun herrscht blankes Entsetzen. Unter wirtschaftlich weit besseren Voraussetzungen wurden schon Trainer-Giganten wie Timo Zahnleiter und Stephan Schmidt nach Cottbus gelockt. Man darf gespannt sein. (...)

Ulrich Schmidt-Kania, Hannover

Riesen Dank an Pele

Ich als Mitglied des Vereins mache Vorwürfe an die Vereinsführung, nicht alles unternommen zu haben, um Pele zu halten. Aber auch den Vorwurf an Pele: Die Probleme, die er hatte, muss man als Angestellter intern besprechen und nicht auf Pressekonferenzen ansprechen. Hier wäre jeder Arbeitgeber sauer. Der Zeitpunkt der Trennung ist richtig, denn ein neuer Trainer muss den Aufbau der Mannschaft fortsetzen, neue Spieler verpflichten. Und wir als Anhänger müssen ihm den gleichen Respekt entgegenbringen wie Pele. Denn das Ziel bleibt gleich: Aufstieg. Riesen Dank an Pele Wollitz. Er wird immer in unseren Herzen bleiben.

Peter Böhmichen, Halle/Saale

Pele zeigt hier seine böse Seite

Ich möchte voranstellen, dass ich ein großer Fan von Pele Wollitz war und tief in mir auch noch bin. (...) Dass es auch mal knirscht, es unterschiedliche Meinungen gibt, ist aber auch so was von normal, das kennen wir doch alle.

Der FCE hat ihm einen neuen Zweijahresvertrag mit den gleichen Bezügen und der gleichen Machtfülle angeboten. Ich frage mich wirklich, wo und wie hier ein mangelnder Respekt und ein fehlendes Vertrauen abgeleitet werden können.

Pele Wollitz hat seine Abgänge bei früheren Vereinen, z.B. in Osnabrück und Köln, ähnlich vorbereitet und vollzogen. Für mich steht außer Frage, dass das Alternativlose seiner Entscheidung die Tatsache ist, dass bereits ein anderer Verein sich seine Dienste zugesichert hat. Wie jeder Mensch mehr oder weniger hat auch Wollitz eine gute und eine böse Seite. Für mich zeigt er hier seine böse Seite! (...)

Ich hoffe, der FCE holt jetzt einen jungen und erfolgshungrigen Trainer, wie Mayer oder Fiel. Versuchen kann man es doch.

Michael Gersch, Cottbus

Danken ja, aber nicht trauern

(...) Anscheinend gab es schon im März einen Bruch zwischen Trainer und Präsidium. Trotzdem führte Wollitz sein Engagement nach dem Abstieg weiter. Sieben Monate später fällt ihm ein, dass er nicht mehr das nötige Vertrauen spürt und zieht, zusammen mit der Vereins-Führung, die Reißleine.

Wie ist das zu bewerten? Schon zu Beginn der Saison zeterte Wollitz an den finanziellen und sportlichen Mitteln herum und schraubte Erwartungen herunter. Das Präsidium hingegen gab den Aufstieg als unwiderrufliches Ziel aus. Damals fragte ich mich schon, was da eigentlich los war. Nach den ersten Spieltagen sollte Wollitz vorerst recht behalten, der FCE dümpelte im Tabellenmittelfeld herum. Doch zur Winterpause haben wir alle Möglichkeiten aufzusteigen. Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser Konstellation wirft Wollitz hin.

Ich empfand Wollitz immer als Trainer, der etwas „outdated“ war und ohne neue Ansätze. Hinzu kam gern eine Brise Opfer-Mythos in den Pressekonferenzen, manchmal agierte er  unangenehm prollig. Aber meine Güte, was haben wir geile Spiele mit ihm durchlebt. Es war toll mit anzusehen, wie er Spieler nach vorne gepeitscht hat. Der Aufstieg 2018, das Landespokal-Spiel gegen Babelsberg und die  DFB-Pokal-Spiele waren Highlights der jüngeren Vereinsgeschichte.

Das Problem: Wer innerhalb von dreieinhalb Jahren zweimal den Klassenerhalt in die 3. Liga am letzten Spieltag sichern kann und dies nicht schafft, hat im Fußball mit Profi-Ansprüchen nichts zu suchen. Hinzu kommt das für einen Regionalligaverein exorbitante Gehalt. Auch die Forderung, dass man das Geld zwischen Nachwuchsleistungszentrum und der 1. Mannschaft umverteilen sollte, ist nicht zu Ende gedacht. Wir sollten Wollitz danken für die Entwicklung dieses Kaders, aber nichtsdestotrotz trägt er an der Situation eine große Mitschuld.

Ich denke, eine Neuausrichtung könnte guttun. Wenn die Spitze, die sich in der Causa dilettantisch verhalten hat, jemanden findet, der unserem tollen Verein gerecht wird. Ich hoffe, dass das neue Jahrzehnt die Rückkehr des Bundesligaklubs Energie Cottbus wird. Das braucht die Lausitz. Man darf ja träumen.

Justus Gutsche, Cottbus

Vereinsspitze muss nachdenken

Eine Überraschung ist es nach den außergewöhnlich emotionalen Verbeugungen von Pele gegenüber der Nordwand nach dem letzten Heimsieg wahrlich nicht. Wollitz war bis zuletzt das Aushängeschild für den Club, die Stadt und die Region.

Ohne Interna-Wissen ist eine realistische Einschätzung zu den Ursachen der vorzeitigen Trennung schlicht unmöglich. Allerdings sollten alle Mitglieder des Präsidiums, des Verwaltungsrats sowie bestimmt auch Herr Lepsch sehr, sehr nachdenklich sein und zielführende Maßnahmen im Interesse der langfristigen Stabilisierung unseres Clubs ergreifen. Sonst platzt der Traum vom Profifußball in Cottbus schneller, als man denkt, wie eine Seifenblase. Dietmar Wasmus, Cottbus