Der Sozialismus ist verschwunden, der Kapitalismus ruiniert sich gerade selber, so ist es im Bestseller mit dem Titel „Anständig wirtschaften – Warum Ökonomie Moral braucht“ zu lesen. Der Autor ist der emeritierte Professor Hans Küng, Präsident der Stiftung Weltwirtschaft.

Vergleicht man die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme beider Gesellschaftsordnungen beinhaltet die Aussage: Die Planwirtschaft ist gescheitert, die Marktwirtschaft ruiniert sich selbst, da in ihr der Profit die Mittel heiligt. Dies kennzeichnet gegenwärtig eindeutig die Arzneinot, die die Patienten nervt. Sie beruht eindeutig auf dem Fluch jener Marktwirtschaft, der die Moral abhanden gekommen ist.

Dieser Fluch trifft in aller Härte ebenfalls die verantwortungsbewusst zum Wohle der Patienten handelnden Ärzte. Er schränkt ihre Tätigkeit in unverantwortlicher Weise ein und bringt dadurch Leib und Leben ihrer Patienten in Gefahr, obwohl der Absatz zwei von Artikel zwei des Grundgesetzes das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit schützt.

Diese Arzneinot ist eine Folge der Rabattpraktiken. Bei ihnen wird ausgehandelt, ähnlich wie es auf dem orientalischen Basar geschieht. Hinzu kommt ein krankhafter Bürokratismus, der ähnlich eines Mobbings, die ärztliche Tätigkeit behindert und ihnen Zeit für die Zuwendung an ihre Patienten raubt. Es ist eben eine Marktwirtschaft, der die Moral abhanden gekommen ist.

Angesichts dieser unhaltbaren Situation stellt sich die Frage: Wo ist die Macht des Gesundheitsministers? Angesichts dieser Arzneinot braucht man sich nicht zu wundern, wenn die AfD Zulauf erhält, obwohl sie auch nichts an der Marktwirtschaft ändern kann.

Es sei daran erinnert, dass vor 1990, als die heutige Region Oberlausitz-Niederschlesien zum Verantwortungsbereich des damaligen Gesundheitsministers gehörte, der, im Gegensatz zum Gesundheitsminister der Gegenwart, ein habilitierter Sozialmediziner war, dem Lobbyisten kein X für ein U vormachen konnten.

Dr. med. Jürgen Wenske, Görlitz