Ich selbst habe zwei Katzen in meinem Hause, das sind meine Kinder. Also keine Hunde – und dennoch kann ich die Aussage der Uni Texas aus meiner Sicht voll und ganz bestätigen. Das Tier (Hund oder Katze) fühlt sich in der Nähe von „Herrchen/Frauchen“ sicher und geborgen, ist da doch ein vertrautes Wesen für das es sich verantwortlich fühlt. Das gilt auch umgekehrt. Von Einsamkeit keine Spur.

Ich bin meiner Wohnungsbaugesellschaft und meinem Pflegedienst dankbar, dass es möglich war Tiere im Haushalt zu haben. Es gibt auch für mich täglich neue, mitunter ganz spontane Herausforderungen. So müssen die Tiere immer versorgt werden, egal, wie es mir gerade geht, und das ist gut so. Tiere lassen keine Ausreden gelten . Menschen schon.

Die Tiere spüren, wie ich mich fühle – Menschen nicht immer! Tiere gehen in den meisten Fällen ohne Scheu und Vorurteil auf den Menschen zu und wenn man sie gut behandelt, einen guten Umgang mit ihnen hat, ihre Wesensart, ihren Charakter nicht im Sinne des Menschen zu beeinflussen versucht, geben die Hunde, Katzen und andere Haustiere die erfahrene Liebe, Treue und Nähe auch ihrerseits an uns Menschen zigfach zurück. Haustiere formen und beeinflussen unseren Charakter – und vielleicht auch unser Weltbild im Umgang miteinander. Denn so, wie ich mit meinem Haustier umgehe, so gehe ich auch mit meinen Mitmenschen und mit der Umwelt um.

Ich bin trotz meiner Behinderung ein positiv der Welt zugewandter und mitfühlender  und für alle Dinge des Lebens offener Mensch. Meine Kätzchen fördern und fordern diese Sichtweise von mir täglich aufs Neue – allein durch Ihre Nähe und Anwesenheit, und das ist gut so. Wenn jeder Mensch ein Haustier sein Eigen nennen könnte, um das er sich liebevoll kümmert, dann wäre die Welt, in der wir alle leben, noch liebenswerter und verständnisvoller, davon bin ich überzeugt.

Detlef Grätz, Lübbenau