Ich sehe die Aufgabe der Landwirtschaft in der jederzeit gegebenen Ernährung eines 80 Millionen-Volkes und nicht darin, irgendwelche Weiße-Westen-Ideologien zu verfolgen.

 Jeder, der die totale Ökologisierung  des Landbaues in Deutschland fordert und billigend in Kauf nimmt, dass die Ertragskraft um mindestens 50 Prozent sinkt und heutige Qualitätsstandards dann nicht mehr uneingeschränkt einzuhalten sind, soll sich in der Mediathek das Heute Journal vom 14. April ansehen.

Darin geht es exemplarisch um ein indigenes Volk im brasilianischen Regenwald, die Karipuna, welches den Raubbau am Regenwald für Weideland beklagt.

 Berichtet wird von mafiösen Strukturen, die die Einheimischen vertreiben, das Holz veräußern und das Land schließlich an Viehhalter oder Ackerbauern weitergeben.

 Das alles wird neuerdings auch noch durch den Präsidenten des Landes gestützt, der die Haltung vertritt, dass die Bewahrer des Regenwaldes ein Wirtschaftshemmnis darstellen.

Die Verantwortlichen dafür lachen sich über jeden Blühstreifen in Europa, über jedes Extensivierungsprogramm, über jede Form der Beschneidung der hiesigen Landwirtschaft ins Fäustchen; steigert es doch ihren Profit.

Die Folgen des Regenwaldsterbens sollte jeder in der Schule schon gehört haben. Wollen wir dann nicht doch lieber eine wohlgelenkte aber dennoch intensive Landwirtschaft um uns herum; in einer Landschaft, die ohnehin seit Jahrhunderten agrarisch geprägt ist und auf das Weltklima unbedeutsam wirkt?

 Kurze Wege zum Verbraucher dürften auch im Sinne eines jeden Ökofreaks sein.

 Die Initiative des Landesbauernverbandes (LBV) verdeutlicht für mich die steigende Sensibilisierung für dieses Thema im Berufsstand. Die Forderungen des NABU und BUND gehen aus besagten Gründen eindeutig zu weit. (...)

Torsten Maier, Schönewalde