Zum Beitrag „Landnutzer starten ihre Insekten-Volksinitiative“, erschienen in der Lausitzer Rundschau vom 12. April 2019: Wichtige Obst- und Gemüsesorten sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen. Also ohne Insekten geht nichts, wenn man ordentliche Nahrung erzeugen und vermehren will.

Damit ist klargestellt, dass Insekten eine unverzichtbare Lebensgrundlage der Menschen darstellen. Ohne Bienen, ohne Insekten, ohne Vögel bekommt der Mensch gewaltige Probleme.

Dass unter anderen Verursachern die industrielle Landwirtschaft die Lebensgrundlagen der Insekten nachhaltig zerstört hat, bestreitet heute kein vernünftiger Mensch mehr. Deshalb wächst die Einsicht, wenigstens Blühstreifen in der Monokultur-Wüste anzulegen, falls es dafür Geld vom Steuerzahler gibt.

Jeder erfahrene Imker aber weiß, dass ein zwar gut gemeinter, aber schlecht gemachter Blühstreifen nur ein ärmlicher Salatteller ist gegen das volle Menü an blühenden Wildkräutern, wie es eine ökologisch ausgewogene Natur für die Insekten bereit hält. Blühstreifen sind nur eine Notlösung. (...)

Nach meinen Imker-Beobachtungen werden die Blühstreifen kaum von den Insekten angeflogen. Was zählt, sind die unzähligen kleinen und kleinsten blühenden Wildkräuter, wie Knöteriche, Schwarzkümmel, Korb- und Kreuzblütler in 100 mitteleuropäischen Arten von Blütenpflanzen. Diese stellen die Apotheke der Insekten dar. Aber gerade dieses Lebenselixier wird weggespritzt und weggedüngt, obwohl weniger als ein Zehntel von ihnen die Ernte wirklich schädigen können.

Deshalb geht die Volksinitiative der Bauern für Blühstreifen und „nachhaltige“ Landnutzung von einem falschen Ansatz aus. Das Ziel muss ein ökologischer Landbau sein, wie es die Volksinitiative der Naturschützer erreichen will. Und ein maßvoller Verbraucher. Pestizide und Nitrate müssen weg.

Noch ein Rat von einem alten Imker: Nach den heute modischen Schottergärten sehnt sich keine Hummel. Den naturnahen Gärten in unseren Siedlungen kommt dagegen heute eine höhere Bedeutung beim Erhalt der Insekten zu, als so mancher denkt.

Heinz Brennenstuhl, Doberlug- Kirchhain