Unter der Schirmherrschaft  von unserem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer fand am Sonntag, 2. Februar, ein grandioses Konzert zum Holocaust-Gedenktag statt. Es erklangen Psalmen aus Synagogen und Kirchen von Mendelssohn, Schütz Birnbaum u.v.a. in höchster Perfektion, vom Leipziger Synagogalchor und dem Kammerchor Josqjuin des Prez  unter die Haut gehend vorgetragen. Schon die nur zur Hälfte gefüllte Kirche irritierte mich. Ein solches  Gedenkkonzert mit diesen hochkarätigen Künstlern  erfordert viele nachdenkliche Besucher. Wo waren  diejenigen, die das Wort Toleranz tagtäglich mehrfach in ihrem Sprachschatz gut platzieren?

Wo waren die Schüler der Gymnasien, die zwar eifrig „wider das Vergessen“ forschen, aber die Kraft solcher Musik ignorierten? Welche Grenzen Musik sprengen kann und Toleranz fördert, erfuhr jeder Besucher ganz individuell. Das Smartphon hätte da keinen Platz gehabt. Gabriele Mark, Hoyerswerda

75 Jahre danach – ein Gedicht

Wir sind die Kinder unserer Mütter und Väter.

Wir kamen zur Welt nach dem Krieg und später.

Was damals in den Lagern geschah

war so grauenhaft und wahr.

Im Regal stehen Bücher von Goethe, Schiller und Heine –

von Auschwitz keine?

Doch das muss in jede Schule in unserem Land

und nicht nur ins Bücherregal verbannt.

Die Geschichten unserer Ahnen warnen –

nie wieder so ein Unheil zu planen.

Aufmerksam auf gestern schauen, um eine tolerante Welt aufzubauen.

Petra Just, Cottbus