Der Umzug ist geglückt! Nach ihrer Wanderung per Lkw von der Baumschule Seidel aus Grüngräbchen im Landkreis Bautzen im Februar dieses Jahres, steht jetzt in Zeischa bei dem leidenschaftlichen Gärtner Steven Richter (31) in der Baumschule Richter & Graeff eine große Freiland-Azalee in voller Blüte.

Neben ihrer Farbe in reinem Schwefelgelb versprühen die Blüten einen aktiven, stark duftenden Geruch. Typisch für die Sorte Azalee Pontica!

Schon 80 Jahre alt

Die zu einem Baum gewachsene Pflanze ist inzwischen 80 Jahre alt, fünf Meter hoch und in der Krone sechs Meter breit. Diese Ausmaße mache sie der Definition nach zur größten Azalee im Elbe-Elster-Kreis, ist sich Steven Richter sicher.

Der Transport war eine Herausforderung! Weil die Äste sofort brechen würden, durften diese während der Fahrt nicht zusammengebunden werden. Die mit Wurzelballen etwa 1,3 Tonnen schwere Pflanze musste mit einem Radlader be- und entladen werden.

Verkauf unmöglich

Verkauft werden darf die attraktive Pflanze allerdings nicht. Nach Auflage von Christian Seidel (64) aus Grüngräbchen darf der geschichtsträchtige Baum nur in Zeischa auf dem Grundstück von Steven Richter stehen. Steven Richter hatte sich in Grüngräbchen regelrecht in die Pflanze verliebt und dann lange verhandelt.

Da sie in Grüngräbchen ohnehin umgepflanzt werden sollte, führte das Drängen zum Erfolg. Sie sei eine Anerkennung für den jungen Nachwuchsgärtner Steven Richter, der den Baumschulbetrieb in der Liebenwerdaer Straße am Ortseingang von Zeischa am 1. März 2018 von Dipl.-Ing. Roland Graeff übernommen hat, meint der Spender Christian Seidel aus Grüngräbchen.

Sein Ur-Großvater Rudolf Seidel hat den Betrieb 1898 in Grüngräbchen gegründet und den Samen der noch ursprünglichen Azalee Pontica vor mehr als 80 Jahren aus dem Kaukasus besorgt. Die Baumschule Seidel ist aus einem 1813 von Jacob Seidel in Dresden gegründeten Gärtnereibetrieb hervorgegangen.

Als reine Dekoration hat die geschichtsträchtige Pflanze in Zeischa den zentralen Punkt der Baumschule als neue Heimat bekommen. Die Blütezeit zieht sich von Anfang Mai bis Ende Mai hin. In den nächsten Tagen breitet sich allerdings das Laub aus, welches sich dann vor die Blüte schiebt.

Die für etwa zwischen dem 8. bis 11. Mai erwarteten Eisheiligen mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können der Pflanze nichts anhaben. Sie ist extrem winterhart, was in der Übergangszeit sogar auch die Blüten betrifft.

Tipps für die Eisheiligen

Für mögliche frostige Temperaturen empfiehlt Steven Richter übrigens das Abdecken von blühenden Gewächsen mit Töpfen oder bei größeren Exemplaren mit Tüchern.

Auf großen Obstplantagen haben die Obstanbauer früher in den eisigen Frühjahrsnächten aller paar Meter kleine Feuer entfacht, deren laue Rauchschwaden dann die zarten Blüten vor dem Frost geschützt haben.

Ein weiterer Trick ist das Besprühen der blühenden Bäume mit einem Wassernebel. Der legt sich dann als eine Frostschicht um die empfindlichen Blüten, um diese zu schützen.