Fußball ist der Volkssport Nummer eins in unserem Lande. Stellen Sie sich mal einen Tag ohne Fußballberichterstattung vor! Eigentlich undenkbar, denn ist es doch für viele die schönste Nebensache der Welt.

In Pausen-, Kneipen- oder Smalltalk Gesprächen ist fast überall, insbesondere nach einem Fußball-Wochenende oder der soeben gespielten DFB-Pokal-Runde, Fußball ein Thema. Deshalb kann regional gesehen, auch nahezu jeder seinen Top-Verein benennen oder etwas mit dem DFB anfangen.

Das „launische“ Image der Verbände

Und hier stelle ich mir oft die Frage, welches Image Fußballverbände eigentlich haben.

Über den DFB wird in der Regel nur dann positiv berichtet, wenn die Nationalmannschaft erfolgreich ist. Negativ wird es, wenn es um Gerüchte über Zweckentfremdung von Geldern geht oder bei Misserfolgen im sportlichen Bereich. Es gibt nur schwarz oder weiß. Und dann baut der DFB jetzt auch noch eine Akademie für wahnsinnig viel Geld und viele Amateurvereine fragen sich, welchen Nutzen hat das eigentlich für die Basis?

Im Gastkommentar vom 1. Februar Februar hieß es „Das Leder rollt nur noch für das Geld“. Ist das das Image, was über den Profivereinen und den Fußballverbänden schwebt? Geht es wirklich nur noch ums Geld? Ich denke, dass dies insbesondere bei den Fußballfachverbänden nicht der Fall ist.

Es gibt zweifelsohne eine Unterscheidung zwischen Profitum und Amateurbereich. Das bleibt unbestritten. Nur leider ist es so, dass allzu oft die Strukturen nicht bekannt sind oder alles miteinander vermischt wird.

Verbände haben klares Anliegen

Das Anliegen der Fußball-Landesverbände ist die Unterstützung des Amateurfußballs, auch wenn wir niemals alle Vereine gleichzeitig zufriedenstellen können. Das lässt sich schon aufgrund der verschiedenen Rahmenbedingungen nicht umsetzen.

Ausgehend von Brandenburg haben Vereine im ländlichen Raum ganz andere Sorgen als Vereine im Speckgürtel Berlins. Auch werden wir das Problem der Rekrutierung von Ehrenamtlern nicht alleine lösen können.

Hier müssen wir gemeinsam mit der Politik an dessen Attraktivität arbeiten. Wir sind auch nicht der Verband, der nur Strafen ausstellt oder Mitgliedsbeiträge erhöht. Leider werden wir aber sehr oft nur an diesen Parametern gemessen.

Nur warum ist das so? Die Erfahrung zeigt, dass viele Vereine nicht wissen, was wir im Verband eigentlich tun. Vielleicht, weil wir darüber zu wenig oder in den falschen Kanäle berichten? Und genau dort möchten wir ansetzen – und haben das auch schon getan –, um Transparenz in unsere Tätigkeiten zu bringen.

Mehr Gespräche, mehr Transparenz

Neben der Geschäftsstelle arbeiten alle anderen Mitstreiter für den Verband auch ehrenamtlich. Ein Fakt, der Vielen vielleicht gar nicht so bewusst ist. Mit den Vereinen, egal welche Liga im Land Brandenburg, wollen wir ins Gespräch kommen.

Zuhören und beraten, Ratschläge und Hilfestellung geben. Jeder Verein hat die Möglichkeit, mit dem Präsidium des Fußball-Landesverbandes Brandenburg in Dialog zu treten. Dafür bedarf es lediglich einer Information an die Geschäftsstelle.

Noch viel zu selten wird dieses Angebot genutzt. Es zeigt sich allerdings, dass dies sehr fruchtbare Treffen sind, die den Vereinen zwar nicht immer komplett ihre Sorgen abnehmen, aber zumindest ein bisschen erleichtern. Daneben gibt es zahlreiche weitere Aktivitäten, die den Vereinen (manchmal auch finanziell) helfen. Und ohne die Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes wäre vieles nicht möglich.

Darüber hinaus hat der Fußball durch seine Bekanntheit und Möglichkeiten auch eine gesellschaftliche Verantwortung, welcher wir nachkommen und die wir noch viel stärker in den Fokus rücken müssen. Ein Image zu verändern bedarf Zeit, Geduld und Vertrauen.

Tue Gutes und sprich darüber, hat ein sehr guter Freund zu mir mal gesagt. Wir müssen, egal ob im Sport oder außerhalb, auch wieder anfangen, vermehrt über Positives zu berichten. Denn neben den täglichen Negativ-Schlagzeilen haben es auch die guten Taten verdient, dass man darüber spricht oder schreibt.

Fußball am Weltfrauentag Qualifikation geht vor Quote

Cottbus

Zur Person


Anne Engel, geboren 1985 in Cottbus, hat 2008 eine kaufmännische Ausbildung in Frankfurt am Main absolviert und danach Sportbusiness Management in Düsseldorf studiert. Engel war aktive Fußballspielerin bei Turbine Potsdam und 1. FFC Frankfurt bis 2012. Von 2013 bis 2015 war sie Trainerin beim 1. FFC Frankfurt und von 2008 bis 2018 Geschäftsstellenleiterin der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Seit April 2018 ist sie Geschäftsführerin beim Fußball-Landesverband Brandenburg.