Wir, der Seniorenbeirat der WoGe Finsterwalde, haben für die Ehrung des brandenburgischen Dichters Theodor Fontane zu seinem 200. Geburtstag Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses „Deutsch Jahrgang 11“ des Sängerstadt-Gymnasiums unter Leitung von Frau Dr. Thor gewinnen können.

Ausgerüstet mit der Landkarte Brandenburgs und ihrem Laptop, mit Rezitationen und Filmeinspielungen haben sie in eineinhalb Stunden das Leben und Wirken des großen deutschen Romanciers des 19. Jahrhunderts in allen Lebensabschnitten eindrucksvoll nachgezeichnet und mit dieser Art der Darstellung uns alle überrascht.

So sprachen Anne-Kathrin Laske über Fontanes Jugendjahre und seine Ausbildung zum Apotheker, Inola Gollatsch über Fontane als Journalist und Romanautor, Lisa Steiniger über Fontane als Kriegsberichterstatter und Reiseschriftsteller, Helena Krengel über Fontane als Dichter und Wanderer durch die Mark Brandenburg. Und Nils Ertle wurde sogar zum Darsteller des Dichter Theodor Fontane.

Da steht auf einmal der Herr Fontane, in Gestalt des Schülers Nils Ertle, vor uns im schwarzen Anzug und Zylinder mit lockigem schwarzem langen Haar und hat im Handumdrehen die Besucher mit der Rezitation von „John Maynard“ in den Bann gezogen; der „Herr von Ribbeck zu Ribbeck“ hat dagegen allen ein leises Schmunzeln entlockt.

Aber auch zu meinen Jugendjahren muss ich sagen: „... mit nichts ausgerüstet als mit einem poetischen Talent und einer schlecht sitzenden Hose ging ich ins Leben. Dennoch hat mich meine Lebensphilosophie des heiteren Darüberstehens begleitet und meine Weltanschauung bestimmt. Ich zeigte dem Jahrhundert das wahre Gesicht. An der preußischen Bürokratie scheiterte ich als Akademiesekretär und erkannte die Brüchigkeit dieser labilen Gesellschaft. Obwohl ich den Übergang vom Alten zum Neuen erkannte, schwamm ich doch gegen den Strom. So bin ich zu diesem Beruf des Schriftstellers gekommen. Der aufgeblasene Bildungspöbel mag darüber lachen, ich aber fand darin mein Glück. Das Schicksal hatte sich doch für einen Tüchtigen entschieden. Meine Werke ‚Effie Briest’, ‚Frau Jenny Treibel’ und ‚Der Stechlin’ sind letztendlich in die Weltliteratur eingegangen.“

Frau Dr. Thor hat es verstanden, innerhalb von acht Wochen mit ihren jungen Leuten ein Bild von Fontane zu zeichnen, das Dank und hohe Anerkennung verdient. Unsere Besucher waren begeistert und voll des Lobes über diese gelungene Vortragsweise. Unser Dank geht auch an Herrn Heise, den Direktor des Sängerstadt-Gymnasiums, der unser Thema – 200. Geburtstag Theodor Fontane – vom ersten Tag an unterstützt hat. Den Mitarbeitern der WoGe, Frau Stahmann und Herrn Höhne, sowie den Mitgliedern des SB sei gedankt für die Hilfe bei der Ausgestaltung dieser Veranstaltung.