In der Film-Kritik zu „Der Überläufer“, einem Mehrteiler nach dem gleichnamigen, erst 2016 veröffentlichen Buch von Siegfried Lenz, sind ein paar Unstimmigkeiten aufgefallen.

In Teil 1 explodiert keine Bombe. Die von der Partisanin Wanda im Zug hinterlassene Bombe ist als „Urne“getarnt, die der Soldat Proska beim Überqueren einer Eisenbahnbrücke aus dem Zug ins Flusswasser wirft und die dort explodiert. Kurz darauf fährt der Zug auf eine von den Partisanen gelegte Mine auf, was zur Explosion führte. Proska überlebt.

Im zweiten Teil trennen sich die Wege von den Soldaten Kirschner und Proska zunächst. Kirschner läuft allein zu den Russen über. In Teil 3 gerät Proska in sowjetische Gefangenschaft und trifft dort Kirschner und findet auch die Partisanin Wanda, hier als Sängerin, wieder. Die geplante Flucht von Proska und Wanda aus dieser Gefangenschaft scheitert. Beide verlieren sich aus den Augen.

Im vierten Teil flüchtet Proska nicht als Soldat aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen, sondern, der Historie des Films folgend, nun als Verwaltungsangestellter mit seiner Kollegin und Lebenspartnerin, mit der er auf einen neuen Lebensbeginn hofft, und nicht mit Wanda. Denn Wanda sieht er erst im vierten Teil des Films in einer Fernseh-Show als Sängerin wieder.

Hans-Joachim Riedel, Guben