Corona verändert die Welt und das Leben. Kinder müssen zu Hause betreut, soziale Kontakt weitestgehend eingeschränkt werden. Unsere Leser

Mal Alleinerziehende fragen

Ich verstehe das Gejammer von Frau Keilholz nicht („Schule im Selbstversuch“, LR vom 20. März). Wenn sie nicht weiß, wie sie das alles bewältigen soll, könnte sie ja Alleinerziehende, die schon Jahre damit zurechtkommen, fragen.
Dass Frau Keilholz wieder einmal nicht so richtig versteht, zeigt folgendes Zitat aus dem Artikel: „Also habe ich eine Lerngruppe zusammengetrommelt. Die Tochter und zwei ihrer Freundinnen lernen ab sofort zusammen. Mal bei mir zu Hause, mal bei den anderen Eltern. Den Anfang mache ich.“
Emsig die Kinder von Haushalt zu Haushalt schicken. Das verstehe ich nicht als Schutz vor Corona. Genau solche Handlungsweisen führen dazu, dass Ausgangssperren verhängt werden können.
Rolf Pflug, Weißwasser

Potenzial für Veränderungen

Die Pandemie löst eine Reihe von schweren Verwerfungen und notwendigen gravierenden Maßnahmen aus, die die Nachkriegsgenerationen noch nicht erlebt haben. Wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ehrlicherweise einräumte, haben die Regierungsverantwortlichen die Gefahr zunächst unterschätzt.
Von Kanzlerin Merkel hatte man bis vor wenigen Tagen den Eindruck, dass sie zu öffentlichen Erklärungen regelrecht „getragen“ werden musste, um anschließend schnell wieder „abzutauchen“. (...)
Frau Merkel als die verantwortliche Politikerin mit Richtlinienkompetenz hat nicht dafür gesorgt, dass nach Vorliegen des Risikoberichtes zu einer Pandemie im Jahr 2012 ausreichende Maßnahmen zur Vorbereitung einer solchen Krise getroffen wurden. Die Beschreibungen in dem Bericht entsprechen nahezu vollständig der aktuellen Realität.
Aus dem Schloss Bellevue, das offensichtlich zum „Austragshäusl“ für ausgemusterte Politiker mutiert ist, herrscht absolute Funkstille.
Leider wurde nach Ausbruch der Epidemie versäumt, die Faschingsveranstaltungen, die nahtlos in die Starkbierfeste übergegangen sind, frühzeitig abzusagen. Coved-19 schunkelte am Biertisch mit, um sich anschließend einen Partner auszusuchen, mit dem er nach Hause gehen wollte.
Nicht besonders vertrauensbildend sind die Volten mancher Virologen. Denn wie der bayrische Ministerpräsident Söder jüngst in einem Interview einräumte, sprach sich einer der bekanntesten Experten Deutschlands zunächst gegen eine generelle Schulschließung aus, um seine Meinung bereits am nächsten Tag zu revidieren. (...)
Unsere sich immer schneller drehende Erde, die Sucht nach Globalisierung und unbegrenztem Wachstum, nach immer größeren Events und Vergnügungen haben aufgrund dieser Pandemie einen erheblichen Dämpfer erhalten. (...)
Diese Pandemie hat das Potenzial, die Gesellschaft zwangsläufig grundlegend zu verändern. Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass nach Aufhebung der gravierendsten Beschränkungen, im günstigsten Fall Mitte dieses Jahres, das Leben wieder in der Normalspur verläuft.
Ein wirksamer Impfstoff wird voraussichtlich erst gegen Mitte kommenden Jahres auf den Markt kommen. Bis dahin wäre es kaum verantwortbar, erneut größere Menschenansammlungen zuzulassen. Unsere Epoche droht in den künftigen Geschichtsbüchern in ein Leben vor und ein Leben nach Sars-CoV-2 unterteilt zu werden. Alfred Kastner, Weiden

Etwas Selbstkritik erwartet

Es ist sehr zu begrüßen, dass die Kanzlerin sich in dieser schwierigen Situation im Land mit mahnenden und aufrüttelnden Worten an die verunsicherten Bürger wendet. Danke dafür! Unverständlich ist dabei, dass sie von einem „exzellenten Gesundheitssystem“ in Deutschland „vielleicht sogar eines der besten der Welt“ spricht.
Selbstverständlich ist es besser als vieles andere in der Welt. Doch es stellt sich gerade in dieser Krise heraus: Das jahrzehntelange Trimmen des Gesundheitssystems auf wirtschaftliche Effektivität hat es zum großen Teil kaputt gespart. Es stimmt eben nicht, dass „jeder Mensch zählt“. Es zählt der Profit!
Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und sogar das Reinigungspersonal stehen auch ohne das Coronavirus unter Dauerstress.
Wie viel gesundheitlichen Schaden das schon angerichtet hat, lässt sich nur erahnen. Frau Merkel, die seit 15  Jahren regiert, sind diese Umstände wohlbekannt. Da hätte ich schon Selbstkritik erwartet. Und vielleicht auch die Andeutung einer menschenfreundlichen Richtungsänderung.
Philipp Höhne, Gablenz

Keine anderen Sorgen als Klima?

Es ist die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg so unsere Bundeskanzlerin, Angela Merkel. Wir wissen alle, wie recht sie damit hat.
Viel Fleiß, viel Schweiß und hohes Wissen wurde aufgebracht, um unser Land dort hinzubringen, wo es jetzt steht. Ein Virus, von dem niemand weiß, wo er herkommt, legt unsere Welt lahm. Menschen werden täglich schwerkrank und im schlimmsten Fall sterben sie.
Große Industrieanlagen stellen ihre Produktionen ein, die Landwirtschaft hat kaum Lösungen, ihre jetzt beginnenden Ernten einzuholen. Viele Menschen bleiben zu Hause, fahren kaum noch mit dem Auto, gehen nur raus, um das Nötigste zu besorgen. Dennoch kräht unsere Umweltministerin, dass wir unsere Ziele nicht erreichen.
Welche Ziele denn noch? Haben unsere grünen Politiker wirklich keine anderen Sorgen? Haben wir unsere Ziele erreicht, wenn Tagebaue und Kraftwerke die Leistung herunterfahren müssen?  Wenn die Versorgung mit Energie nicht mehr gewährleistet ist? Wenn die Sonne nicht scheint? Wenn kein Wind weht? Was muss denn noch passieren?
Hannelore Groba, Teichland