Die Treuhandarchive werden den Betrieb VEB Braunkohlenkombinat Lauchhammer (BKK) nicht finden. Er existierte weit vor der Wende unter Kombinatsdirektor Friedrich Neidack und Produktionsdirektor Franz Zabinski.

Ältere ehemalige Bergleute werden sich daran erinnern, zum Kombinat gehörten auch die Tagebaue. Zum Zeitpunkt der Wende handelte es sich um den VEB Braunkohle-Veredlung Lauchhammer (BVL) mit den schon genannten Betriebsteilen, allerdings nur mit einer Kokerei, aber mit insgesamt 5000 Belegschaftern.

In der neu entstandenen GmbH BVL ging es um diese vorrangig, weil abzusehen war, dass durch Stillsetzungen Arbeitsplätze wegfallen werden.

Mit Herrn Dr. Richter, Vorstandsvorsitzender der AG Schwarze Pumpe, hatten wir bei Herrn Dr. Rohwedder, damaliger Chef der Treuhand, einen verständnisvollen Gesprächspartner.

Es gab grünes Licht für weitergehende Verhandlungen mit VEBA Rraftwerke-Ruhr-AG, die sich für ein von uns neu errichtetes Industrie-Kraftwerk interessierten und die mit uns in Augenhöhe und mit Achtung vor unseren Leistungen Lösungsvarianten entwickelten.

Die Bikettfabrik 64 mit ihren modernsten elektrischen Kniehebelpressen weiterbetreiben, das neue Kraftwerk in Betrieb nehmen und im Verbund mit BASF zu betreiben, das sollte aus damaliger Sicht ein wesentlicher Baustein sein.

Wir wussten nicht, dass die Treuhand unter der dann neuen Leitung beschlossen hatte, die GmbH BVL insgesamt stillzulegen.

VEBA wurde angewiesen, die Arbeit mit uns einzustellen. Der Absatzmarkt für unsere Briketts bester Qualität wurde immer mehr eingeschränkt zu Gunsten der aus dem Kölner Raum.

Rudolph Schädlich, Lauchhammer