Ich kenne die Zeit der Machtergreifung der Nationalfaschisten nur aus den Geschichtsbüchern. "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch (Schlussworte des Epilogs zu dem Parabelstück "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" von Bertolt Brecht (1898-1956)). Konservative Politiker haben die ideologische Zerstrittenheit der linken Kräfte genutzt, um Hitler zum Reichskanzler zu machen. Wenn heute ein Innenminister die Pegida-Organisatoren als rechte Rattenfänger bezeichnet, wenn Mordanschläge auf demokratische Politiker nicht nur angekündigt, sondern auch ausgeführt werden, erinnert mich das sehr wohl an die Berichte aus jener Zeit. Der Reichstagsbrand zeigt, dass auch damals nicht vor solchen Verbrechen zurückgeschreckt wurde, um Gegner rechter Politik zu diffamieren und gegeneinander auszuspielen. Schöne Reden und die Organisation der Gegendemos werden nicht helfen, wenn nur über die zugrundeliegenden sozialen Probleme geredet wird. Die Lösung muss zeitnah angegangen und die entgegenstehenden Hemmnisse beseitigt werden. Jetzt habe ich eher den Eindruck, dass benachteiligte soziale Schichten gegeneinander ausgespielt werden, indem die jeweils aktuellen Probleme privilegiert werden. Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Ängste neutralisieren könnten.