Zu „Gericht stoppt Gift-Anflug auf Brandenburger Wälder“ (LR vom 7. April):

Im Jahr 2008 zeichnete sich ab, dass die Kiefernbuschhornblattwespe massiv im Wald als Schädling auftrat. Die Empfehlung des Eberswalder Landeskompetenzzentrums lautete: abwarten, drei Jahre lang. 2011 mussten die ersten 2,5 Hektar eingeschlagen werden. Andere Waldbesitzer waren und sind da säumiger und der Forstbetrieb hatte und hat heute auch keine Handhabe, Waldbesitzer zu Pflegemaßnahmen zu zwingen. Folge, der Wald gerät in einen immer schlechteren Pflegezustand.

Im August 2016 wurde durch Forstleute ermittelt, dass auf 5000 Hektar eine akute Bekämpfung des Schädlings erfolgen müsste. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens durch die grünen Instanzen blieben 2830 Hektar übrig, auf denen der Schädling bekämpft werden durfte. Auf 2170 Hektar und darüber hinaus konnte sich der Schädling weiter ausbreiten. Ein toller Erfolg der Grünen Lobby. Die Bekämpfung pro Hektar kostete 71 Euro, zu zahlen natürlich vom Waldbesitzer und nicht vom Land Brandenburg.

Jetzt ist es wieder so weit. Wenn die Försterin Marion Vater empfiehlt, „befallene Bäume müssen zeitnah entnommen werden“, dann frage ich mich, ob sie die Bevölkerung für dumm verkaufen will. Mal abgesehen davon, dass die Holzverarbeitungsunternehmen das anfallende Schnittholz gar nicht mehr verwerten können, erzielt der Waldbesitzer einen Erlös von zwei Euro pro Festmeter. 2015 waren es im Schnitt 24 Euro für das gleiche Holz. Motivation, etwas zu tun, gleich null. Befallene Bäume können in der Regel privat nicht mehr verwendet werden. Holzheizungen betreiben nur wenige. Hinzu kommt, dass viele Waldflächen von vermögenden Zeitgenossen gekauft wurden, um Gewinne zu erzielen. Und das möglichst schnell. Dementsprechend sieht es im Wald aus. Die Forstbehörde schaut beflissentlich zur Seite. Leider hat sie wahrscheinlich auch keine Möglichkeiten, das Aufstellen der Windkraftanlagen in den Wäldern und das Anlegen der Zufahrten und Stellplätze zu untersagen.

Angeblich soll der Wald Sauerstoff produzieren und CO2 binden. Und einen Erholungswert soll er auch haben. Vor Jahren sollten Eichen in Neuanpflanzungen eingebracht werden. Heute nicht mehr. Dafür Birken, früher als Unkraut im Wald bekämpft. So ändern sich die Zeiten. Die Gesetzgebung der SPD und der Grünen hat erst den Betrieb von Biogasanlagen forciert. Mit dem Ergebnis, Mais auf riesigen Flächen anzubauen. Heute fordern die gleichen Zeitgenossen Blühstreifen und eine vielfältige Landwirtschaft. Und Bienen müssen her. Finde ich auch. Ich bin selbst Hobbyimker und habe 4,4 Hektar Ackerland in Wald umgewandelt. Hoffentlich überdenken viele vor der Wahl diese Problematik.

Christian Schmidt, Dubro