Was sich mir allerdings nicht erschließt, ist die Tatsache, warum man bei der Bauplanung nicht eine sogenannte Rampenzuwegung für mobilitätseingeschränkte Personen in Betracht gezogen hat. Diese Art von Zugängen wären verhältnismäßig günstiger gewesen. Stattdessen ging wohl der Sparwahn der Bahn so weit, dass man erst gar nicht einplante, einen Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen oder Mütter mit Kindern zu errichten. Ich finde es unerhört, wie ignorant diese Planung für solch ein kostenintensives Projekt durchgeführt und dabei kein Wert mehr auf die Menschen gelegt wurde. Die EU, also auch unser Land, verpflichteten sich, die UN-Behindertenkonvention umzusetzen. So sollen auch barrierefreie Bahnsteige bis 2022 auf den gesamten ÖPNV von Deutschland ausgedehnt werden. Hohenleipisch hatte immer einen barrierefreien Bahnhof, was sich erst durch einen Neubau negativ veränderte.

Wenn ich diesen Artikel lese, klingt es für mich nach einer gehörigen Portion Arroganz und Missachtung der älter werdenden Bürgerschaft. Ob die Bahn darauf abzielt, diesen Bahnzustieg, wie auch einige andere Haltepunkte, durch derartige Zugänge über kurz oder lang abzuschaffen, um Erhaltungskosten zu sparen, wird nicht wirklich hinterfragt. Diese Bahnsteige werden auf lange Sicht hin durch ihren nicht barrierefreien Zugang noch weniger genutzt. Ohne Nachbesserungen wird dies ein teures Investment-Ruinen-Projekt werden.