Zwei Drittel der rund 800 Teilnehmer einer nicht repräsentativen RUNDSCHAU-Umfrage finden es nicht richtig, dass Vattenfall seine Braunkohlesparte in der Lausitz zum Verkauf angeboten hat. 70 Prozent der Befragten würden auch nicht an ausländische Bewerber verkaufen. Derzeitiger Topfavorit auf den Erwerb der Lausitzer Kohlesparte von Vattenfall ist der tschechische Energiekonzern EPH. Am Sonntagabend steht die Entscheidung zugunsten eines Käufers wohl fest.

Weniger fest stehen mögliche wirtschaftliche Alternativen nach dem Kohleausstieg in der Lausitz. Die Umfrageteilnehmer sind skeptisch: Etwa die Hälfte der Befragten sieht gar keine Perspektive. Jeder Vierte hofft zumindest auf einige neue Wirtschaftszweige auch mithilfe von Innovationen der BTU Cottbus-Senftenberg. So könnte zumindest ein Teil der Arbeitskräfte aus dem wegbrechenden Kohlesektor aufgefangen werden. Beim Strukturwandel helfen soll die neu gegründete Innovationsregion Lausitz, wie beim "Radioeins und RUNDSCHAU Spezial" diskutiert wurde. Sie soll die Lausitzer Mittelständler bei der Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten und Geschäftspartnern unterstützen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) hatte eine Neuigkeit für die Bewohner der Tagebaugemeinden: Er geht davon aus, dass es angesichts der Energiewende keine neuen Tagebaue und damit keine weiteren dadurch nötigen Umsiedlungen in der Lausitz geben wird. Themen des Tages Seite 3