Mindestens 15 Menschen, in ihrer Mehrheit junge Leute, seien bei den Auseinandersetzungen in Moria seit Dienstagabend leicht verletzt worden, teilte der griechische Migrationsminister Ioannis Mouzalas im Fernsehen (ERT) mit. Die Sicherheitskräfte konnten die Ordnung in dem Aufnahme- und Abschiebelager erst am frühen Mittwochmorgen wieder herstellen.

Reporter vor Ort berichteten, die Stimmung sei weiter explosiv. Die Protestierenden bewarfen Mouzalas mit Wasserflaschen und anderen Gegenständen. Einige zündeten zudem Mülleimer und mindestens eine Containerunterkunft an. Als einige Migranten Steine warfen, Latten einsetzten und auszubrechen versuchten, gingen die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen die Randalierer vor, wie das Fernsehen zeigte.

Am Mittwoch wurden zwölf syrische Flüchtlinge von der Insel Lesbos per Flugzeug in die Türkei zurückgeführt. Die Flüchtlinge seien freiwillig an Bord eines von der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex gecharterten Flugzeuges in die türkische Hafenstadt Adana geflogen, hieß es. Zuvor waren insgesamt 374 Migranten, die keinen Asylantrag gestellt oder keine Aussicht auf Asyl hatten, per Schiff in die Türkei zurückgeschickt worden, darunter auch zwei Syrer. Im Gegenzug seien bislang insgesamt 108 Syrer von der Türkei aus legal in die EU geschickt worden.