Huber holte am Dienstag 96,2 Prozent der Stimmen – eine Verbesserung gegenüber seiner ersten Wahl vor vier Jahren, als er 92,6 Prozent Zustimmung auf sich vereinte.

Seinem Ansehen hat auch das Scheitern eines zentralen Projektes der IG-Metall-Führung nicht geschadet. Der Plan für die Verkleinerung der Vorstandsspitze von sieben auf nur noch fünf geschäftsführende Mitglieder scheiterte auf dem Gewerkschaftstag in Karlsruhe. Der vom Vorstand selber eingebrachte Antrag zur entsprechenden Änderung der Satzung verpasste die nötige Zweidrittelmehrheit.

In seiner ersten Amtszeit seit 2007 hat der schmale Schwabe, der mitunter geradezu körperlich unter den Weltproblemen zu leiden scheint, alle Höhen und Tiefen mitgemacht: Vom beispiellosen Boom der exportstarken Metall- und Elektrobranche im Jahr 2008 ging es direkt in die von der Lehman-Pleite ausgelöste Weltwirtschaftskrise. Huber war als Krisenmanager ein gefragter Mann bei Opel, in Kanzlerrunden oder bei der Rettung von wichtigen Unternehmen wie Conti-Schaeffler. Huber sitzt in den Aufsichtsräten von Siemens, VW, Audi und Porsche.

Der streng katholisch erzogene Werkzeugmacher aus Ulm hatte es nach dem Abitur schon in jungen Jahren zum Betriebsratsvorsitzenden beim Busbauer Kässbohrer gebracht. Doch Huber verließ die gerade Linie des vorgezeichneten Funktionärslebens und studierte in Frankfurt Geschichte und Philosophie. Nach der Wende baute Huber die IG Metall in Sachsen auf, bis er aus familiären Gründen nach Frankfurt zurückkehrte.

Während seiner Zeit als Bezirkschef in Stuttgart von 1998 bis 2003 mehrte das SPD-Mitglied den Ruf der Baden-Württemberger als kampfstarken Pilotbezirk redlich und erzielte wegweisende Abschlüsse.