Das wird auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig deutlich, wo am Dienstagabend NOK-Präsident Klaus Steinbach, der designierte sächsische Olympia-Staatssekretär Wolfram Köhler und Leipzigs Sportbeigeordneter Burkhard Jung mit Journalisten von MDR, ZDF und „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (FAZ) über
„Olympia 2012 – Leipzigs Bilder für die Welt“ diskutieren. „Wir müssen jetzt wieder ruhiger werden“, mahnt Köhler. „Schließlich wollen wir ein Wunder vollbringen, und dafür müssen wir noch hart arbeiten.“ Bis zum
15. Januar 2004, wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) den engeren Bewerberkreis für die Spiele 2012 auswählt, müsse das Leipziger Konzept noch einmal verbessert werden, fordert auch NOK-Präsident Steinbach.
So lege das IOC Wert auf Nachhaltigkeit, darauf, dass die Olympiabauten auch nach den Spielen sinnvoll genutzt werden können. Die Hauptbotschaft der deutschen Bewerbung ist für den ehemaligen Schwimmer indes eindeutig: „In Leipzig ist der Leistungssport zu Hause.“
Dass diese Botschaft international verstanden wird, ist sich der Chefredakteur des MDR-Fernsehens, Wolfgang Kenntemich, sicher. „Leipzig hat als Sportstadt in den USA einen besseren Ruf, als mancher Kritiker in Deutschland meint.“ Dem pflichtet ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Posch mann bei: Angesichts vieler erfolgreicher Sportler und Trainer, welche die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht habe, könne sie ohne Angst mit Metropolen wie Paris oder Madrid konkurrieren. „Leipzig hat die Chance einer Sportstadt, wo die Athleten vom Bahnhof zu Fuß zu den Sportstätten gelangen können.“ Angesichts der Probleme Athens bei der Vorbereitung auf die Spiele 2004 komme es auch darauf an, die Zuverlässigkeit des deutschen Bewerbers zu unterstreichen, meint Poschmann. „Aber das dürfte ja für Deutschland kein Problem sein.“
Sportbeigeordneter Jung fordert indessen eine wohlwollende Begleitung der Leipziger Bewerbung durch die Medien. Dem will sich auch keiner der mitdiskutierenden Journalisten verwehren. Aber: Man werde nicht distanzlos und unkritisch berichten, verkündet Kenntemich. Beispielsweise stehe immer noch die Frage im Raum, „woher das notwendige Geld kommen soll“. Bislang habe vor allem der Steuerzahler die Bewerbung finanziert. Nun stehe die Wirtschaft in der Pflicht. FAZ-Sportredakteur Jörg Ulrich Hahn kündigt an, die Medien „werden nicht wegschauen, wenn sich in Leipzig beispielsweise Tendenzen zeigen, die Berlin bei seiner Bewerbung 1993 zu Fall gebracht haben“.