Dennoch würden zum nächsten Wintersemester neue Studenten immatrikuliert, teilte die Universität am Freitag in Leipzig mit. Damit würden rechtliche Vorgaben erfüllt.

Diese verworrene Situation ist das Ergebnis eines Streits zwischen dem Wissenschafts- und dem Sozialministerium in Dresden. Das Wissenschaftsressort ist für die Schließung, aber Sozialministerin Christine Clauß (CDU) hat ihr Veto dagegen eingelegt. Sie befürchtet einen Apotheker-Mangel in Sachsen.

Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) erklärte: "Wir streben eine Stärkung der Pharmazie im mitteldeutschen Raum an." Sachsens Apotheker sollen auf lange Sicht in Halle (Sachsen-Anhalt) ausgebildet werden, wo es ein "leistungsstarkes, bundesweit anerkanntes Institut" gebe. Dazu muss aber erst eine Kooperation geschlossen werden. Die Leipziger Rektorin Beate Schücking sagte, die Entscheidung zur Schließung der Pharmazie sei "schweren Herzens" getroffen worden. Die Hochschule müsse 2013/14 insgesamt 48 Stellen abbauen.

Somit läuft es womöglich auf einen schleichenden Tod der Leipziger Pharmazie hinaus. Die Zahl der neuen Studenten muss nämlich der Kapazität der dann noch vorhandenen Lehrkräfte angepasst werden.