Den hatte die NPD aber in letzter Minute abgesagt.

„Die NPD scheint nach unserer massiven Öffentlichkeitsarbeit kalte Füße bekommen zu haben“, sagte Juliane Nagel, eine der Initiatoren der Proteste. Sie sprach von zwischenzeitlich etwa 1000 Demonstranten. Nach Angaben der Polizei waren es 650 Teilnehmer. Unter ihnen war auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Ich ertrage es nicht, dass Nazis ein Büro in unserer Stadt haben“, sagte er auf einer Kundgebung vor der NPD-Zentrale. Die NPD müsse endlich verboten werden, damit ihre Machenschaften nicht mehr von Steuergeldern mitfinanziert würden.

Andere Redner gingen noch weiter. Sie forderten neben der Schließung des Leipziger Parteizentrums im Stadtteil Lindenau auch den Abzug aller V-Männer aus der rechtsextremen NPD oder gar eine Abschaffung des Verfassungsschutzes. Zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Neonazis kam es laut Polizei bis zum Abend nicht.

Hoffmann hatte am Freitagabend auf einer Webseite bekannt gegeben, dass die Leipziger NPD ihre Räume nicht mehr für seinen Vortrag zur Verfügung stellen werde. Hoffmann hatte die 1980 als verfassungsfeindlich verbotene „Wehrsportgruppe Hoffmann“ gegründet.

Seinen Angaben zufolge lud die NPD ihn wegen der Berichterstattung zur „Zwickauer Zelle“ aus. Die Partei war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Hoffmann wollte unter anderem über „Die Oktoberfestlegende“ und „Die Methoden der Geheimdienste“ sprechen.

Ein Student, der ein früherer Anhänger der rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ gewesen sein soll, hatte am 26. September 1980 nach einer verpatzten Prüfung das „Oktoberfest-Attentat“ mit 13 Toten verübt. Bis heute gibt es Zweifel, ob er die Tat – gut eine Woche vor der Bundestagswahl – tatsächlich allein und nur aus persönlichem Frust begangen hat.