Der Sprecher der Behörde, Michael Reinert, sagte dem Blatt: "Wir werden noch in diesem Jahr damit beginnen." Der Geschäftsführer der zuständigen Baufirma, Hans-Jörg Kleffner, räumte dem Bericht zufolge ein, die Kosten seien unterschätzt worden. Man sei damals "von idealen Bedingungen ausgegangen".
Geologen fürchten bereits seit Längerem, dass die Kosten aufgrund der Bodenbeschaffenheit in Leipzig steigen. Vor allem sehr harte Quarzite könnten den Einsatz teurer Spezialmaschinen erforderlich machen. Nach jüngsten Aussagen des Experten für Geologie und Hydrogeologie an der Universität Leipzig, Walter Gläßer, ist die Beschaffenheit des Leipziger Untergrunds bereits seit Anfang der 70er-Jahre bekannt. Schon zu DDR-Zeiten seien entsprechende Studien vorgelegt worden, sagte er nach Medienberichten. Die Leipziger Experten seien in den vergangenen Jahren allerdings nicht ein einziges Mal zum Thema City Tunnel konsultiert worden.
Der Bahntunnel unter der Leipziger Innenstadt ist mehrfach in die Kritik geraten, nachdem bekannt wurde, dass er bis zu 73 Millionen Euro mehr kosten könnte als geplant. Zudem soll der Bau womöglich erst 2012 und damit etwa drei Jahre später als vorgesehen fertiggestellt sein. Ursprünglich sollte das Projekt 2009 eröffnet werden und 571 Millionen Euro kosten, die überwiegend von der Europäischen Union, dem Bund sowie Sachsen getragen werden.
Der Verwaltungsausschuss der Stadt Leipzig will sich am 23. August auf einer Sondersitzung mit den Mehrkosten befassen. Die Stadt geht weiter davon aus, dass für sie keine Mehrkosten entstehen. (ddp/mb)