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Leipzig zwischen nur düster und ganz schwarz

Leipzig. Wenn das Pfingst wochen ende naht, wissen die Leipziger schon, was sie erwartet. Die Stadt wird nicht bunt, sondern be wegt sich zwischen nur düster und ganz schwarz. Die Szene bittet zum Wave-Go tik-Treffen – und vermut lich 20 000 Fans werden in die Stadt strö men. Das Programm reicht vom Fetischtreffen bis zu Carolin Masur. Birgit Zimmermann

Obsession Bizarr, Steampunk-Picknick, Heidnisches Dorf - das Wave-Gotik-Treffen (WGT) gibt Leipzig zu Pfingsten wieder einen düsteren Anstrich. Die Veranstalter rechnen bis zum 5. Juni mit mehr als 20 000 Besuchern. Das lasse der Vorverkauf erwarten, sagte Festival-Sprecher Cornelius Brach. Voriges Jahr waren rund 23 000 Gäste gezählt worden - allerdings war es das Jubiläum zur 25. Ausgabe des Szene-Festivals.

In diesem Jahr haben sich mehr als 220 Künstler angekündigt. Dazu gehören internationale Größen der Elektro- und Industrial-Szene wie Skinny Puppy oder VNV Nation. Aber auch klassische Musik fehlt nicht. Zum Beispiel wird Mezzo-Sopranistin Carolin Masur - die Tochter des vor zwei Jahren verstorbenen Dirigenten Kurt Masur - Jugendstil-Lieder zum Besten geben. Veranstaltungstitel: "Ich bin der Welt anstrengend geworden."

Der Festival-Charakter des Treffens wird traditionell beim Viktorianischen Picknick betont. Im Clara-Zetkin-Park kommen Hunderte Besucher zum Essen, Trinken und Plaudern zusammen. Die meisten von ihnen erscheinen in aufwendigen, teils bizarren Kostümen - sehr zur Freude der Fotografen, die Schnappschüsse der dunklen WGT-Teilnehmer machen wollen.

Friedhofstouren etwa über den Alten Johannisfriedhof gehören ebenfalls zum Festivalstandard. Auch das Heidnische Dorf, in dem es etwas bunter zugeht, öffnet in diesem Jahr wieder seine Pforten. Dort gibt es Lagerfeuer und Gaukelei, es spielen Bands wie Tanzwut, die zum Mittelalter-Rock gerechnet werden.