"Wir würden gerne die Häuser von ABM-Kräften zumauern lassen", sagte der Leiter des Bauordnungsamtes, Hans-Gerd Schirmer, gestern.
Hintergrund sei, dass viele Eigentümer nicht das Geld für die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen hätten. Problematisch sei an der Idee, dass die Maßnahme in den ersten Arbeitsmarkt eingreife. "Diese Arbeiten könnten schließlich auch von privaten Firmen erledigt werden", sagte Schirmer. Darum sollten Gespräche mit Handwerk und Wirtschaft geführt werden. Der Amtsleiter hofft, dass in drei bis vier Wochen ein Konzept steht.

Fehlendes Geld
"Wir haben Straßenzüge, wo der Leerstand besonders hoch ist", erklärte Schirmer. Hier sollten seiner Ansicht nach die Maßnahmen als erste getroffen werden, weil die Gebäude städtebaulich und unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes wichtig seien. Derartige Probleme gebe es an nahezu allen Hauptzufahrtsstraßen zum Leipziger Zentrum, weil die Lärmbelastung dort sehr hoch sei.
Neben fehlendem Geld für Sicherungsarbeiten werden diese laut Schirmer häufig durch komplizierte Eigentumsverhältnisse behindert, weil ein direkter Ansprechpartner fehlt. Die Stadt ist aber auf die Zusammenarbeit angewiesen. Schirmer schätzt, dass insgesamt mehr als 200 Häuser in Leipzig leer stehen. "Das wurde bislang aber nicht erfasst. Es gibt einen ständigen Wechsel, weil ja auch immer wieder Häuser saniert werden", erläutert der Bauamtsleiter.
Bei der Leipziger Polizei laufen unterdessen die Ermittlungen nach den unbekannten Brandstiftern auf Hochdruck. Das zuständige Kommissariat geht bislang von mehreren, unabhängig voneinander zündelnden Tätern aus. "Alle Polizisten sind besonders sensibilisiert und gehen an potenziell gefährdeten Objekte zusätzlich Streife", sagte Sprecherin Diana Voigt. Zudem seien Beamte in Zivil im Einsatz. "Aufmerksame Bürger sind aber die besten Hinweisgeber", verweist die Polizeisprecherin auf Hilfe aus der Bevölkerung.

Zwei Menschen getötet
Nach Angaben der Polizei gab es von Januar bis Ende Oktober dieses Jahres rund 180 Brandstiftungen in der Stadt, weit mehr als 30 davon im September und Oktober. Die bislang folgenschwerste Brandstiftung war Ende Oktober, wobei zwei Menschen starben. Die Serie setzt sich im November fort. Zuletzt hat es gestern im Stadtteil Reudnitz gebrannt. Menschen wurden nicht verletzt. (dpa/ta)