Das historische Leipziger Stadtbad soll verkauft werden - im zweiten Anlauf. Das unter Denkmalschutz stehende imposante Gebäude wird bei der an diesem Montag beginnenden Expo Real in München angeboten. Der Kaufpreis soll eine halbe Million Euro betragen, wie ein Stadtsprecher sagte. Schon einmal, 2005 hatte die Stadt versucht, das marode dreiflügelige Gemäuer zu verkaufen, allerdings ohne Erfolg. Es war 2004 aus bautechnischen Gründen stillgelegt worden. Das 1916 eröffnete Schwimmbad mit größerer Männer- und kleinerer Frauenschwimmhalle war das erste Wellenbad Europas.

Für den Erhalt und die Wiedereröffnung des Stadtbades engagiert sich seit Ende 2006 eine Förderstiftung. Inzwischen herrscht zeitweise wieder Leben im alten Gebäude. Es wird als Event-Location genutzt, etwa für Weihnachtsshows. Im vorigen Jahr hatte die Leipziger Choreographin und Regisseurin Irina Pauls mit ihrem Projekt "Tanzt die Männerschwimmhalle" für Aufmerksamkeit gesorgt.

In den Jahren 2010 und 2011 flossen insgesamt drei Millionen Euro unter anderem in die Dachsanierung. Davon kamen rund zwei Millionen aus dem Konjunkturpaket II des Bundes. Eine Million Euro brachte die Stiftung zusammen, wie der Vorstandsvorsitzende Dirk Thärichen sagte.

Über den jetzt geplanten Verkauf für 500 000 Euro äußert er sich nur zurückhaltend. Die Immobilie gehöre der Stadt und diese entscheide darüber, ob sie verkaufen wolle. Nach früheren Planungen hatte die Stiftung für das Jahr 2016 eine Wiedereröffnung angepeilt.

Auch die Nachbarstadt Halle hat seit einiger Zeitz Sorgen mit ihrem ebenso alten historischen Stadtbad. Es ist zwar in Betrieb, aber vor einiger Zeit musste die Frauenschwimmhalle aus bautechnischen Gründen geschlossen werden. Eine Wiedereröffnung ist nicht in Sicht. Die Männerhalle kann allerdings bis auf Weiteres von den Besuchern genutzt werden.