Als erster Schritt auf dem Weg zur Verschiebung wurde der Portikus am Donnerstag abgesägt und dabei vom ehemaligen Bahnhofsgebäude getrennt.
Die geplante Verschiebung des Säulentors aus dem Jahr 1844 ist nach den Worten des sächsischen Verkehrsministers Thomas Jurk (SPD) "eine große technische Herausforderung - auch für Spezialisten". Nach einer Baustellenbesichtigung fügte er hinzu: "Die Verschiebung ist eine Maßnahme, die technisch hoch anspruchsvoll ist - und das mitten in Leipzig. Es ist gewissermaßen eine Operation am offenen Herzen."
Um das 30 Meter breite und 2800 Tonnen schwere Gebäude zu verschieben, wird es in den nächsten Wochen vom Fundament gelöst, um etwa vier Zentimeter angehoben und über teflonbeschichtete Verschubbahnen nach Osten transportiert. Anschließend wird die Untergrundstation des City-Tunnels am Bayerischen Bahnhof fertig gestellt. Danach, voraussichtlich 2008, soll der Portikus wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückgezogen werden.
Die Versetzung des Portals ist bereits mehrfach verschoben worden, u. a. wegen einer fehlenden Baugenehmigung durch das Eisenbahnbundesamt in Bonn. Der endgültige Termin ist nun für den 10. und 11. April angesetzt. Sobald das Portal sich wieder an seinem ursprünglichen Standort befindet, soll das Gelände um den Bayerischen Bahnhof zu einem Park umgestaltet werden. In diesen sollen die S-Bahn Station und die historischen Bauten integriert werden.
Der Bayerische Bahnhof im Südosten Leipzigs gilt mit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1842 als der älteste erhaltene Kopfbahnhof Deutschlands. Noch heute erhalten ist der Portikus.