Zu diesem Ergebnis kommt der Sozialpolitiker der Linkspartei, Dietmar Pellmann, in einem erstmals vorgelegten Sozialranking der drei Metropolen des Freistaates. Verheerend ist das Ergebnis vor allem für Leipzig: Die Messestadt müsse "als die sächsische Armutshauptstadt bezeichnet werden”, so Pellmann. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote habe 2005 in Leipzig 23 Prozent betragen, in Dresden aber nur 16,4 und in Chemnitz 19,4 Prozent. Im August 2006 waren in Leipzig mehr als 86 000 Personen auf Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe angewiesen; in Chemnitz dagegen 34 000 und in Dresden 61 000. Dresden schneide ansonsten am besten ab. Dies spiegele sich auch in der höchsten Geburten- und der niedrigsten Sterberate sowie im günstigsten Wanderungsgewinn wider. Um mehr Gerechtigkeit zwischen den Kommunen zu erreichen, müsse der Freistaat endlich einen Ausgleich der Soziallasten einführen. Zudem müssten die Fördermittel landesweit gerechter verteilt werden und sich die kommunalen Unternehmen stärker engagieren, so Pellmann. Für die schwache soziale Lage Leipzigs macht Pellmann vor allem Fehlentscheidungen in den 90er-Jahren verantwortlich. Während sich Leipzig als "Boomtown des Osten” zur Banken-, Dienstleistungs- und Medienstadt entwickeln wollte und viel in Infrastruktur investierte wurde, habe Dresden vom Status als Landeshauptstadt profitiert. Sie sei bevorzugt gefördert worden, habe unnötigerweise eine Volluniversität und die Messe erhalten und sich mit Milliardensummen zu einem Standort moderner Technologie entwickelt.