Auch politische Fragen und strikte Einfuhr-Auflagen seien zu klären. Langfristig möchte der für seine Löwenzucht international bekannte Tiergarten ein europäisches Erhaltungszuchtprogramm für die afrikanische Löwenunterart auflegen. 33 Zoos aus Europa haben Junhold zufolge ihr Interesse bekundet und seien zur Zusammenarbeit bereit.
"Wir hatten einfach Pech, halten aber an unserem Ziel fest", sagte Junhold zu den Problemen in den vergangenen Jahren. Zunächst biss Löwe "Arthur" die ihm zugedachte Gefährtin "Chiara" tot. Anfang 2003 erkrankte ein Weibchen an grauem Star. Im März dieses Jahres wurde der jüngste Löwennachwuchs eingeschläfert, nachdem Mutter "Luena" ihren erste wenige Wochen alten Sohn lebensgefährlich verletzt hatte. Angola-Löwin "Kimbali" wurde wegen Leukämie im Endstadium Anfang des Monats eingeschläfert.
Da für viele Krankheiten eine genetische Ursache nicht ausgeschlossen werden könne, sei er gegen eine Paarung der in Gefangenschaft lebenden Löwen, sagte der Zoo-Chef. "Wir brauchen eine Blutauffrischung." Leipzig ist seit Gründung im Jahr 1878 für seine Löwen bekannt. Mit mehr als 2300 Löwenbabys wurden laut Zoo in Leipzig die meisten Tiere dieser Art in Gefangenschaft geboren. "Es wird keine intensive Zucht wie vor 50 oder 100 Jahren in Leipzig geben.
Damals war es ein wichtiger Wirtschaftszweig", sagte Junhold. Die Tiere seien von Sachsen in alle Herren Länder exportiert worden. Jetzt gehe es um die Aufzucht einer überschaubaren Gruppe an Tieren. "Damit könnte der Zoo Leipzig eine führende Position der Zoos weltweit einnehmen." Derzeit werden in Europa 20 Angola-Löwen in sieben Zoos gehalten. (dpa/mb)